Von Daniel Zugehör
Im Sauerland möchte Westenergie mit Partnern eine Blaupause für den Hochlauf von Wasserstoff entwickeln. Dazu hat das Unternehmen jetzt das Verbundprojekt "HydroNet" gestartet. Das Projekt solle demonstrieren, wie eine nachhaltige Wasserstoffwirtschaft aufgebaut werden kann, teilte Westenergie mit. Dabei liegt der Fokus auf dem industriellen Mittelstand. Hydronet wird durch das Bundeswirtschaftsministerium gefördert.
Neues Leben für alte Leitungen
Im Zentrum des Projekts steht eine elf Kilometer lange, stillgelegte Erdgasleitung zwischen Arnsberg und Balve (beide Nordrhein-Westfalen). Diese wird nun für den Transport von grünem Wasserstoff umgerüstet. Ergänzend dazu werden Elektrolyse- und Speicheranlagen installiert, die die Versorgung der regionalen Industrie sichern sollen. Die langfristige Perspektive: eine Anbindung an das künftige Wasserstoffkernnetz Deutschlands.
Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik
Hinter Hydronet steht ein Konsortium aus 21 festen Partnern aus Industrie, Wissenschaft und öffentlicher Hand. Angeführt wird das Projekt von der Westenergie-Tochter Westnetz. Die Zusammenarbeit soll nicht nur eine skalierbare Wasserstoff-Infrastruktur schaffen, sondern auch dazu beitragen, Technologien zur Marktreife zu führen und die Kosten für Wasserstoff nachhaltig zu senken.
Für Friedrich Merz, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ist Hydronet ein Schlüsselprojekt: "Hier im Sauerland zeigen wir ganz praktisch, wie es gelingen kann, Wasserstoff als Schlüsseltechnologie Schritt für Schritt wettbewerbsfähig zu machen." Auch Katherina Reiche, Vorstandsvorsitzende der Westenergie, betont die Bedeutung des Projekts: "Wasserstoff ist längst keine Zukunftsvision mehr – er ist der Schlüssel zu einer widerstandsfähigen, wettbewerbsfähigen und klimaneutralen Industrie."
Impuls für den Mittelstand
Hydronet soll nicht nur der Dekarbonisierung der Industrie dienen, sondern auch die regionale Wertschöpfung stärken. Andreas Breuer, Leiter Wasserstoff bei der Westnetz, hebt hervor: "Durch enge Kooperationen mit der Wirtschaft und Wissenschaft entwickeln wir praxisnahe Lösungen, die Arbeitsplätze sichern und neue wirtschaftliche Perspektiven schaffen."
Bis 2029 soll Hydronet zu einem skalierbaren Infrastrukturprototypen heranwachsen. Das Projekt könnte nach dem Willen der Partner als Vorbild für ganz Deutschland dienen.



