Der Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes erfordert hohe Investitionen.

Der Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes erfordert hohe Investitionen.

Bild: © Yingyaipumi / Adobe Stock

Von Daniel Zugehör

Die Entscheidung kommt nicht völlig überraschend: Statkraft hatte bereits im Vorjahr seine Ambitionen im Bereich grüner Wasserstoff deutlich zurückgefahren. Nun folgt der nächste Schritt. Der Konzern kündigte an, sämtliche Neuentwicklungen in diesem Segment einzustellen. Hintergrund seien eine zunehmende Marktunsicherheit und eine weiter verzögerte Perspektive auf wirtschaftliche Rentabilität, heißt es in einer Mitteilung.

"Wir erleben derzeit größere Unsicherheit im Markthochlauf und eine sich weiter verzögernde Profitabilitätserwartung", erklärt Statkraft-CEO Birgitte Ringstad Vartdal. "Deshalb haben wir beschlossen, die Neuentwicklung grüner Wasserstoffprojekte zu stoppen. Stattdessen werden wir künftig Wachstumschancen in anderen Technologien und Marktaktivitäten priorisieren."

Fokus auf ausgewählte Bestandsprojekte

Trotz des Entwicklungsstopps will Statkraft einige laufende Projekte weiter vorantreiben – insbesondere solche, die bereits öffentliche Förderzusagen erhalten haben. Für diese Vorhaben soll zunächst die nächste Projektphase erreicht werden, bevor Investoren für die Umsetzung gewonnen werden sollen.

Der Konzern betont, dass weiterhin an die langfristige Rolle von grünem Wasserstoff geglaubt werde – insbesondere für die Dekarbonisierung CO₂-intensiver Industriezweige. Auch die Handelsaktivitäten rund um Wasserstoff bleiben Bestandteil des Statkraft-Portfolios.

Standort Emden bleibt vorerst im Spiel

Ein besonderer Fokus liegt nun auf dem Standort Emden. Dort plant Statkraft aktuell zwei Elektrolyseure: einen 10-MW-Piloten sowie eine 200-MW-Anlage mit angeschlossener Wärmepumpe. Für das Großprojekt liegt bereits eine EU-Förderzusage in Höhe von 107 Millionen Euro vor. Derzeit wird geprüft, ob und wie externe Investoren die Fortführung übernehmen können.

Signalwirkung für die Branche?

Mit dem Rückzug von Statkraft aus der Neuentwicklung grüner Wasserstoffprojekte sendet ein gewichtiger Akteur der europäischen Energiewirtschaft ein klares Signal: Ohne belastbare Geschäftsmodelle und verlässliche politische Rahmenbedingungen wird der Markthochlauf grüner Wasserstofftechnologien ins Stocken geraten.

Die Branche dürfte den Schritt genau beobachten – insbesondere mit Blick auf Investitionsentscheidungen in unsicheren Förderlandschaften. Im November 2024 hatte Helge-Jürgen Beil, Vice President Hydrogen bei Statkraft Deutschland, im ZfK-Interview bereits darauf hingewiesen und Einblicke in die Konzern-Strategie gegeben.

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