Von Daniel Zugehör
Vier namhafte Energie- und Logistikunternehmen aus Nordrhein-Westfalen möchten gemeinsam den Wasserstoffmarkt aufrollen. In der eigens dazu gegründeten "hydrogenXpertise" bündeln Duisburger Hafen, Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV), Rheinenergie und Westenergie ihre unterschiedlichen Kompetenzen.
Ziel sei es, die Potenziale von Wasserstoff entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu erschließen und die Energiewende aktiv mitzugestalten, teilten die Gesellschafter mit. Der Fokus liegt demnach auf Beratung und Konzeption sowie der Entwicklung neuer Geschäftsfelder. Sowohl für die Mutterunternehmen selbst als auch kleine bis mittelständische Unternehmen in der Region.
Industrieland mit Wasserstoff-Hunger
Ausreichend Nachfrage ist vorhanden. Das Landeswirtschaftsministerium prognostiziert, dass der Bedarf "langfristig" bei 129 bis 179 Terawattstunden (TWh) an Wasserstoff und Derivaten liegen werde. "Vor allem der Bedarf der Industrie- und Energiewirtschaft wird die heimischen Potenziale um ein Vielfaches überschreiten", schreibt das Ministerium.
Gleichzeitig nimmt die Metropole Ruhr eine besondere Rolle ein: Sie führt im aktuellen Ranking des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln als bedeutendster Wasserstoffstandort in Deutschland, noch vor Regionen wie Stuttgart, München oder Hamburg. Ausschlaggebend dafür ist neben der hohen Industriedichte etwa ein dichtes Unternehmens- und Forschungsnetzwerk.
Die vier an "hydrogenXpertise" beteiligten Unternehmen sind gleichberechtigte Gesellschafter. Als Geschäftsführer fungieren Moritz Voormann (Westenergie) und Ulrich Daamen (DVV), Prokuristen sind Olaf Mack (RheinEnergie) und Alexander Garbar (Duisburger Hafen). Sie erhalten dabei Unterstützung aus ihren jeweiligen Unternehmen.
Keine Großprojekte zum Start
Ihre Strategie ist am wachsenden Bedarf orientiert. "Wir starten bewusst nicht mit Großprojekten, sondern entwickeln unser Leistungsportfolio anhand des Bedarfs und der Nachfrage kontinuierlich weiter", erklärt Geschäftsführer Voormann. "Das schafft uns die Möglichkeit, die Entwicklung an den Wasserstoff-Hochlauf anzupassen."
Geschäftsführer Daamen ergänzt: In der aktuellen Phase spiele bei Wasserstoff-Projekten insbesondere das Fördermittel-Management eine zentrale Rolle. "Mit der Expertise im eigenen Haus können wir in einem umkämpften Markt mit einer gezielten Förder- und Organisationsberatung wertvolle Unterstützung bieten." Konkret etwa Projektunterstützung, Marktforschungen, Schulungen und Workshops.



