Die Pläne der Bundesregierung, Wasserstoff in großen Mengen zu importieren, sind zuletzt ins Wanken geraten. Zuerst hatte der norwegische Energiekonzern Equinor eine geplante Pipeline begraben. Dann wurde bekannt, dass sich auch eine Leitung aus Dänemark verspätet. Das Bundeswirtschaftsministerium zeigt sich trotzdem zuversichtlich, dass die Importstrategie noch aufgeht.
Immerhin deutet sich nun eine weitere mögliche Wasserstoffleitung an. Am Mittwoch unterzeichneten fünf europäische Ferngasnetzbetreiber eine Absichtserklärung für den Wasserstoff-Transport von Italien nach Deutschland. Der Transport soll über die Schweiz erfolgen und dazu bestehende Gasinfrastruktur nutzen.
Rund 13 Mrd. Kubikmeter
"Das geplante Projekt wird die Alpen überqueren und Italien über die Schweiz mit Deutschland verbinden, um so den Wasserstoff-Import aus Nordafrika zu erleichtern", heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung der Unternehmen. Ziel sei es, durch die Nutzung der "bestehenden grenzüberschreitenden Infrastruktur" eine "zusätzliche Wasserstoffquelle" zu schaffen.
Einen Zeitplan wollten die Projektpartner nicht nennen. Auch zu den geplanten Kapazitäten gaben die Unternehmen keine Auskunft. Zurzeit hat die Gaspipeline in nördliche Richtung eine Jahreskapazität von rund 13 Mrd. Kubikmetern Gas. Auch Frankreich ist über eine Abzweigung mit dem System verbunden. (jk)


