Blick auf den größten Gasspeicher bundesweit in Rehden (Niedersachsen).

Blick auf den größten Gasspeicher bundesweit in Rehden (Niedersachsen).

Bild: © Astora

Die angekündigte Befüllung des größten Gasspeichers Deutschlands hat begonnen. Von Sonntagmorgen bis Dienstagmorgen wurden im Schnitt 10,4 Mio. kWh pro Stunde eingespeichert. Das ist im Vergleich zu den Wochen davor ein deutlicher Sprung nach oben. Technisch ist maximal eine Einspeisung von 14,4 Mio. kWh pro Stunde möglich.

Lag der Füllstand in Rehden am Samstagmorgen bei 2,1 Prozent, waren es drei Tage später 3,8 Prozent. Insgesamt lagerten am Dienstagmorgen 1,7 TWh Gas in Rehden, wie Daten des Betreibers Astora zeigen.

Gasspeicher Rehden: THE springt ein

Hinter den deutlich gestiegenen Einlagerungen dürfte der Marktgebietsverantwortliche Trading Hub Europe (THE) stecken. Er teilte am Samstag mit, mit der Befüllung des Speichers auf unterbrechbarer Basis zu beginnen.

Grundlage ist eine Verordnung des Bundeswirtschaftsministeriums. Demnach sind Betreiber von Gasspeichern mit besonders niedrigem Füllstand verpflichtet, nicht genutzte Kapazitäten dem Marktgebietsverantwortlichen zur Verfügung zu stellen, sodass eine rechtzeitige Befüllung zur Erreichung der Füllstandsvorgaben erfolgen kann. Laut Gasspeichergesetz müssen alle deutschen Speicher am 1. Oktober mindestens zu 80 Prozent voll sein.

"Einspeicherungen gehen ungebrochen weiter"

Der aggregierte Füllstand aller deutschen Speicher betrug zuletzt 51,5 Prozent, wie am Dienstag abgerufene Daten des Branchendienstes AGSI+ zeigten. In den letzten drei abgebildeten Tagen kamen demnach jeweils mehr als 0,5 Prozentpunkte dazu.

"Die Einspeicherungen in den Gasspeichern gehen ungebrochen weiter", kommentierte der Gasspeicherbetreiberverband Ines auf Twitter. "Die Marktsignale setzen weiterhin starke Anreize zur Befüllung." Bis zum langjährigen Mittel fehlten jedoch noch knapp zehn Prozentpunkte, hieß es weiter.

77 Euro pro MWh am Spotmarkt

Eine MWh Erdgas kostete Ende der vergangenen Woche im Day-Ahead rund 77 Euro (Handelspunkt TTF).

Die Produkte für die bevorstehenden Wintermonate, wenn üblicherweise ausgespeichert wird, wurden zuletzt dagegen für mehr als 90 Euro pro MWh gehandelt. (Aktuelle Zahlen und Grafiken finden Sie hier im ZfK-Datenraum.)

Auch interessant: Machtkampf um Deutschlands größten Gasspeicher

"Lex Rehden"

Der ungewöhnlich niedrige Füllstand im Gasspeicher Rehden, der allein fast ein Fünftel aller Speicherkapazitäten in Deutschland umfasst, hatte die Bundespolitik alarmiert. Das im Frühjahr beschlossene Gasspeichergesetz, das zu bestimmten Stichtagen Mindestfüllstände vorschreibt, wurde in Branchenkreisen auch "Lex Rehden" genannt.

Betreiber des Speichers von Rehden ist Astora, die zur Gazprom-Germania-Gruppe gehört – und damit bis Ende März auch Teil des russischen Gazprom-Imperiums war. Inzwischen steht Astora wie Gazprom Germania insgesamt unter der Treuhänderschaft der Bundesnetzagentur.

Lesen Sie auch: "Das Gasspeichergesetz ist gut gemeint, aber schlecht gemacht"

Aus für Gazprom Export

Als größter Speichernutzer galt Gazprom Export. Die von ihm vermarkteten Speicherkapazitäten seien jedoch gekündigt worden, teilte das Wirtschaftsministerium vor wenigen Tagen mit. (aba)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper