Elf der unten gelisteten Direktvermarkter mit einem Portfolio von mindestens einem Gigawatt vergößerten im Vergleich zum Juli 2023 ihr Portfolio. Bei zehn wurde das Portfolio kleiner. Zwei Direktvermarkter meldeten gleichbleibende Portfolios.

Elf der unten gelisteten Direktvermarkter mit einem Portfolio von mindestens einem Gigawatt vergößerten im Vergleich zum Juli 2023 ihr Portfolio. Bei zehn wurde das Portfolio kleiner. Zwei Direktvermarkter meldeten gleichbleibende Portfolios.

Bild: © Patrick Pleul/dpa

Eine umfassende Kostenanalyse des europäischen Windenergieverbandes Wind Europe in Kooperation mit dem Technologieunternehmen Hitachi Energy liefert eine klare Botschaft: Ein stärker auf erneuerbaren Energien basierendes Stromsystem ist für Europa langfristig am günstigsten – selbst wenn hohe Investitionen in Netze, Speicher und Elektrifizierung berücksichtigt werden.

Die Studie kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (beide CDU) öffentlich über eine mögliche Verlangsamung des Erneuerbaren-Ausbaus nachdenkt.

Viel Kernkraft und CCS treiben Kosten in die Höhe

Der europäische Windindustrieverband hat für die Studie fünf mögliche Entwicklungspfade für das europäische Stromsystem bis 2050 untersucht: ein ambitioniertes Erneuerbaren-Szenario ("Renewables+"), eines mit stärkerem Fokus auf Kernenergie, eines mit schnellerem Hochlauf von Wasserstoff, ein CCS-geprägtes Szenario sowie ein "Slow Transition"-Szenario mit gedrosseltem Ausbau der Erneuerbaren. Nur die ersten vier erreichen die europäischen Klima- und Energieziele.

Die Studie zeigt: Das Renewables+-Szenario spart Europa bis 2050 rund 1,6 Billionen – also 1600 Milliarden – Euro gegenüber einem verlangsamten Ausbau. Auch im Vergleich zu technologieoffenen Pfaden ergeben sich Einsparungen von bis zu 860 Milliarden Euro. Erneuerbare liefern dabei 83 Prozent des Stroms, senken die Importabhängigkeit auf 22 Prozent und reduzieren systemische Risiken. Besonders kostenintensiv ist dagegen das "Slow Transition"-Szenario: höhere Brennstoffkosten, größere Importabhängigkeit und ein massiver Investitionsstau lassen die Gesamtausgaben explodieren.

Darüber hinaus zeigt die Modellierung, dass Szenarien mit starkem Atom- oder CCS-Fokus zwar mit den Klimazielen vereinbar, aber deutlich teurer sind. Hohe Kapitalkosten, lange Bauzeiten und geringere Flexibilität erhöhen demnach die Systemkosten um Hunderte Milliarden Euro. Auch ein wasserstoffgetriebenes Szenario bleibt kostenseitig zurück, da es teure Infrastruktur und größere Strommengen benötigt. Entscheidend ist laut Studie: Je schneller Wind- und Solarenergie ausgebaut werden, desto günstiger wird das Gesamtsystem – trotz zusätzlicher Investitionen in Speicher, Netze und Elektrifizierung.

Importabhängigkeit würde auf 22 Prozent sinken

Die Modellierung zeigt zudem, dass ein stark erneuerbares Energiesystem deutlich resilienter gegenüber geopolitischen Schocks wäre. Bis 2050 sinkt Europas Abhängigkeit von Energieimporten im ambitioniertesten Erneuerbaren-Szenario auf nur noch 22 Prozent, während sie im Szenario mit gedrosseltem Erneuerbaren-Ausbau bei rund 60 Prozent verharrt. Wind- und Solarenergie würden dann 83 Prozent des europäischen Stroms liefern.

Vor diesem Hintergrund verweist der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) auf die strategische Bedeutung eines beschleunigten Ausbaus. "Erneuerbare nicht auszubauen, ist noch deutlich teurer", betont die neue BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser (CDU). Sie verweist auf die energie- und geopolitische Lage: Europa müsse "auf eigenen Beinen stehen", um sich unabhängiger von fossilen Importen und globalen Preisschwankungen zu machen.

Verstärkte Bremssignale aus Berlin

Die Erkenntnisse der Studie geraten in Deutschland mitten in eine energiepolitische Richtungsdebatte. Teile der Bundesregierung zweifeln am bisherigen Ausbautempo der Erneuerbaren und diskutieren über mögliche Korrekturen. Angesichts steigender Industriepreise, Netzausbaubedarf und Unsicherheiten über die künftige Stromnachfrage wird ein verlangsamter Ausbau von Wind- und Solarenergie in den Raum gestellt.

Die Analyse von Wind Europe zeigt allerdings, dass geringere Ausbaupfade langfristig höhere Gesamtkosten verursachen würden – nicht nur beim Strom, sondern im gesamten Energiesystem. Das betrifft auch deutsche Unternehmen, deren Wettbewerbsfähigkeit stärker von stabilen, berechenbaren und möglichst niedrigen Stromkosten abhängen wird.

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