Leeres Display: Korrekte Zählerstände sind durch diesen Betriebsfehler nicht mehr ermittelbar.

Leeres Display: Korrekte Zählerstände sind durch diesen Betriebsfehler nicht mehr ermittelbar.

Bild: © EWE

Und plötzlich wird das Display schwarz: Bei Zählern des Typs DTZ541-ZEBA vom Hersteller Holley können nach einer unbestimmten Betriebsdauer die Displays ausfallen. Auch lassen sich die Zählerstände über die digitale Schnittstelle nicht mehr auslesen. Nach Kenntnis von EWE sind in deren Netzgebiet bislang rund 4.000 dieser Zähler aus China von dem genannten Fabrikationsfehler betroffen.

Der Energiekonzern tauscht vorsorglich gleich alle 25.000 dieser modernen Messeinrichtungen aus. Zur besseren Einordnung: Im gesamten Netzgebiet von EWE NETZ sind gut 1,2 Millionen Stromzähler installiert. Die betroffenen Holley-Zähler haben einen Anteil von circa zwei Prozent. 

Ermittlung des korrekten Zählerstands

Bleibt noch das Problem, wie sich die Zählerstände bei den defekten modernen Messsystemen ermitteln lassen. Bei manchen der betroffenen Holley-Zähler werde zwar nach einem Neustart ein alter Zählerstand angezeigt. Für diesen Zählerstand lasse sich aber kein Datum ermitteln, erklärte EWE. "Deshalb kann er für die Abrechnung nicht genutzt werden", erklärte ein Pressesprecher der ZfK.

Die rechnerische Ermittlung aller betroffenen Zählerstände erfolge daher nach den einschlägigen gesetzlichen und technischen Regelwerken. Dazu gehören unter anderem das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das Messstellenbetriebsgesetz sowie die Richtlinie VDE-AR-N 4400 des VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik.

Konkret dienen die bereits vorliegenden früheren Verbrauchswerte oder Verbrauchsprognosen der jeweiligen Kunden als Basis. Für realistische Werte ziehe man das Standardlastprofil heran. "Bei Kunden mit angemeldeter Einspeiseanlage, also einer Photovoltaikanlage oder einem Balkonkraftwerk, fragen wir Einspeise- und Verbrauchsdaten zunächst bei den Kunden ab. In den allermeisten  Fällen verfügen sie über Apps und Software, die den erzeugten Strom dokumentieren. Zusätzlich berücksichtigen wir technische Daten der Anlage. Unter anderem die Leistung und das Inbetriebnahmedatum", erläutert der Pressesprecher. Die rechnerisch ermittelten Verbrauchswerte werden ihm zufolge den Kunden in ihrer Jahresabrechnung mitgeteilt.

Mehrere Wochen Wartezeit bis zum Zählertausch

Aktuell schreibe man alle betroffenen Kunden an und vereinbare Termine. Für den Tausch eines defekten Holley-Zählers ist derzeit allerdings mit einem Vorlauf von mehreren Wochen zu rechnen. "Das liegt daran, dass wir diese Aufgabe zusätzlich zu unserer Auslastung im Tagesgeschäft erledigen." (sg)

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