Am Freitag, den 21. Juni kam es gegen 12.20 Uhr zu einem folgenschweren Zwischenfall am Balkan, der zu einem kaskadenartigen Stromausfall in Teilen von Albanien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Kroatien geführt hat. Die Stromnetze der Balkanländer sind eng miteinander verbunden. Störungen und Ausfälle können sich so über weite Strecken fortführen.
Laut dem Verband der Europäischen Übertragungsnetzbetreibern Entso-E, hatten die betroffenen ÜNB mit Unterstützung der benachbarten ÜNB die Stromversorgung in ihren Netzen innerhalb von etwa zwei Stunden wiederhergestellt. Derzeit sammle man alle relevanten technischen Daten über dieses Ereignis und werde dann die entsprechenden Informationen zur Verfügung stellen.
Dem Präsidenten der Gesellschaft für Krisenvorsorge (GfKV) Herbert Saurugg gilt als möglicher Auslöser eine Überlastung auf einer Übertragungsleitung zwischen Montenegro und Bosnien-Herzegowina. Weiterhin nennt er einen Brand in einem Umspannwerk, wobei hier noch nicht klar sei, ob dies Ursache oder Folge war.
Nach den bisherigen Meldungen dürfte ein Zusammenhang mit der aktuellen Hitzewelle und der hohen Auslastung der Klimaanlagen und damit der Belastung der Betriebsmittel bestehen, heißt es weiter.
Weitere Vorfälle
Saurugg zufolge habe es schon am Donnerstag einen ähnlichen Vorfall im Netzgebiet zwischen Griechenland, Nordmazedonien, Albanien und Montenegro gegeben, der jedoch rechtzeitig vor einem Kaskadeneffekt behoben werden konnte.
"Es hat sich damit einmal mehr gezeigt, dass es keine hundertprozentige Sicherheit gibt und trotz großer Anstrengungen der Netzbetreiber großflächige Stromausfälle nicht in jedem Fall verhindert werden können. Steigende Temperaturen und Extremwetterlagen stellen die Systemstabilität zusätzlich auf eine harte Probe", so sein Fazit. Und weiter: "Erst am Mittwoch zerstörte ein Sturm 17 Gittermasten des Übertragungsnetzes in Ostdeutschland. In diesem Fall gab es kaum Auswirkungen auf die unmittelbare Versorgung von Kundenanlagen. Die Reparatur wird jedoch länger dauern, wodurch andere Betriebsmittel stärker belastet werden müssen." (dpa/sg)



