Von Daniel Zugehör
Das Gelsenkirchener Wohnungsunternehmen Vivawest und der Ökoenergieanbieter Einhundert Energie aus Köln wollen bis 2045 rund 40.000 Wohnungen mit Solarstrom vom Dach versorgen. Eine entsprechende Vereinbarung haben die Partner aus Nordrhein-Westfalen kürzlich getroffen – mit weiteren ehrgeizigen Zielen.
Dreistellige Ersparnisse
Neben dem ökologischen Aspekt hebt Einhundert Energie insbesondere sinkende Stromkosten für Haushalte hervor. "Die konkrete Ersparnis variiert je nach Netzgebiet, liegt aber im kleinen bis mittleren dreistelligen [Euro-]Bereich pro Jahr", sagte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage.
Das Tarifmodell sei außerdem so gestaltet, dass auch Haushalte mit geringem Verbrauch sparen könnten. Realisiert werde die Ersparnis nämlich über den Arbeitspreis, also die verbrauchten Kilowattstunden (kWh) – und nicht erst bei hohen Abnahmemengen, so die Sprecherin weiter.
Zehn Prozent unter Grundversorgung
"Wir garantieren einen Strompreis, der deutlich – mehr als die gesetzlich geforderten zehn Prozent – unter dem Tarif des lokalen Grundversorgers liegt." Investitionskosten fallen demnach nicht an, Planung, Bau und Betrieb der Photovoltaikanlagen übernehme Vivawest, während sich Einhundert Energie um Messstellenbetrieb, Netzabstimmungen, Kundenservice und die Stromversorgung der Mieterinnen und Mieter kümmere.
Offiziell starten soll das Ganze bereits ab dem 1. Januar 2026. Zunächst würden Objekte mit vorhandenen PV-Anlagen in das neue Tarifmodell überführt, teilten die Unternehmen mit. Dann sollen alle Haushalte, die schon mit Solarenergie – in Kombination mit Wärmepumpen oder Fernwärme – versorgt werden, ein Mieterstromangebot erhalten.
Stand heute seien über die Vivawest-Tochter Skibatron mehr als 230 Photovoltaikanlagen in Betrieb, führte die Einhundert-Energie-Sprecherin aus. Die Anlagen mit einer Gesamtleistung von circa 3,7 Megawatt (MW) seien an rund 1600 Wohnungen und damit potenziellen Abnehmern angeschlossen.
Ambitionierter Ausbau bis 2045
Bis 2030 sollen mehr als 2100 zusätzliche PV-Anlagen entstehen, darunter 330 auf Neubauprojekten sowie 1800 auf Bestandsgebäuden. Ziel sei es, 8000 solcher Anlagen mit insgesamt 140 MW solarer Leistung bis 2045 zu betreiben. Genug, um bis zu 40.000 Wohnungen versorgen zu können.
Für dieses Projekt seien "erhebliche Investitionen nötig", erklärte die Sprecherin. Detaillierte Angaben zum Investitionsvolumen und zur Wirtschaftlichkeit könne sie aus betrieblichen Gründen jedoch nicht machen.
Einhundert Energie bezeichnet sich selbst als führenden Partner der Wohnungswirtschaft für die Elektrifizierung und Dekarbonisierung von Mehrparteiengebäuden. Vivawest verfügt über ein Portfolio aus nach eigenen Angaben mehr als 120.000 Wohnungen.
Dieser Artikel wurde am 25. November 2025 korrigiert. Nicht 3700, sondern 3,7 Megawatt beträgt die aktuelle Gesamtleistung.



