Mitnetz-Standort in Kabelsketal

Mitnetz-Standort in Kabelsketal

Bild: © www.mitnetz-strom.de

Der Verteilnetzbetreiber der EnviaM-Gruppe ist schon seit einigen Jahren in puncto nachhaltiger Betrieb von Hochspannungsleitungen aktiv und setzt ab sofort die Eon-Netzrichtlinien zum ökologischen Trassenmanagement (ÖTM) in den Schutzstreifen von 110-Kilovolt-Freileitungen um.

Bis zum Jahr 2030 sollen alle Trassenräume, die für ÖTM infrage kommen, entsprechend bewirtschaftet werden. Dabei geht es hauptsächlich darum, die Pflegemaßnahmen in den Schutzstreifen so zu gestalten, dass die Eingriffe in diese Lebensräume so gering wie möglich ausfallen.

474 Hektar Schutzstreifen insgesamt

Biotopmanagement statt radikalen Kahlschlags – so lautet die Devise. Von insgesamt rund 12.400 Hektar Schutzstreifenfläche im Netzgebiet von Mitnetz Strom sollen künftig 3.630 Hektar nachhaltig gepflegt werden. Die übrigen Leitungen verlaufen über Trassenräume, für die ÖTM nicht infrage kommt. Das sind hauptsächlich landwirtschaftliche Nutzflächen oder beispielsweise Querungen von Verkehrswegen.

Für den Auftakt hat der Verteilnetzbetreiber Biologen damit beauftragt, die Pflanzenwelt auf 474 Hektar Schutzstreifen entlang der Freileitungen zu untersuchen und zu kartieren. Das ist ein gutes Siebtel der unter ÖTM-Gesichtspunkten zu pflegenden Fläche.

Konkrete Pläne für 300 Hektar Schutzstreifen

„Die Fachleute hatten dabei die gesamte Flora der Biotope im Auge“, erklärt Jasmin Gunkel, die das Projekt bei Mitnetz Strom managt. „Die Fauna, also die Tierwelt, findet bei der Bestandsaufnehme durch die Biologen keine gesonderte Betrachtung, es sei denn, seltene oder gar bedrohte Tierarten werden gesichtet.“

Die Analysen und Kartierungen waren Ende September weitgehend abgeschlossen. Von den 474 Hektar haben die Biologen auf fast 300 Hektar Potenziale für ÖTM-Maßnahmen ermittelt und für diese Flächen entsprechende Pläne erstellt.

Keine Extra-Anpflanzungen

Auf dieser Basis konnten die Dienstleister, die für die Trassenfreihaltung an der jeweiligen Leitung verantwortlich sind, bereits zu Beginn der Schnittsaison Anfang Oktober erste Maßnahmen umsetzen. Das sind in erster Linie Dienstleistungen rund um die Grünpflege unter den Gesichtspunkten des ÖTM. Dabei werden zum Beispiel schnellwachsende Pflanzen, die in die Leitung hineinwachsen könnten unterhalb der Leiterseile entfernt.

Extra angepflanzt wird allerdings nichts. Jasmin Gunkel: „Ökologisches Trassenmanagement bedeutet, dass wir mit dem vorhandenen und für die jeweilige Region typischen Bewuchs umgehen. Auch das ist Nachhaltigkeit.“

Förderung von niedrig wachsenden Gehölzen

Bäume und Sträucher unterhalb der Hochspannungsleitungen werden also grundsätzlich zugelassen. Diese sollen dauerhaft so angelegt werden, dass niedrig wachsende Gehölze gefördert werden. Letztere sollen möglichst zusammenhängend erhalten bleiben, um Tieren zum Beispiel einen gefahrlosen Übergang durch die Landschaft zu ermöglichen.

Auf Wunsch von Eigentümern können Gehölze, die entfernt werden müssen, außerhalb der Leitungstrasse zu Totholzhaufen aufgeschichtet werden. Aus ihnen entstehen innerhalb kürzester Zeit wertvolle Biotope für Insekten, Reptilien und Vögel.

Weitere Schritte geplant

Der in diesem Jahr untersuchte Trassenraum entspricht in etwa einem Siebtel der geplanten ÖTM-Gesamtfläche. Bis 2030 soll es, laut Zielsetzung seitens Mitnetz Strom, Jahr für Jahr in ähnlichem Umfang weitergehen. Dabei kann das Unternehmen auf den jetzt gewonnenen Erkenntnissen aufbauen. (sg)

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