Die Errichtung von Solarparks auf gemeindeeigenen Flächen wird zunehmend zum Thema, über welches kommunale Gremien entscheiden müssen.

Die Errichtung von Solarparks auf gemeindeeigenen Flächen wird zunehmend zum Thema, über welches kommunale Gremien entscheiden müssen.

Bild: © 123RF.com

Solarenergie könnte 2024 die am schnellsten wachsende Stromerzeugungsquelle in Europa werden. Die Energieforscher von Rystad Energy rechnen mit einem Zuwachs um etwa 50 Terawattstunden (TWh) im kommenden Jahr. Insgesamt könnten die Erneuerbaren um rund 90 TWh zulegen, wie Rystad mitteilt.

Denn auch die Windenergieerzeugung wird 2024 zunehmen ‒ voraussichtlich um 38 TWh. Die Wachstumsrate soll damit jedoch nicht an die des Jahres 2023 heranreichen, als die Windenergieerzeugung dank zusätzlicher Kapazitätsinstallationen und eines windreicheren Jahres, insbesondere im letzten Quartal, um 50 TWh zunahm. In der Folge könnte die Solarenergie zum ersten Mal das Wachstum anführen, sowohl was die Kapazität als auch die Erzeugung betrifft.

Zugpferd Aufdachanlage

Deutschland soll dabei die Führung auf dem europäischen Solarenergiemarkt übernehmen und 2024 mehr Kapazität als jedes andere Land zubauen. Damit würde der Trend aus 2023 fortgesetzt.

2023 hatte Deutschland einen Solarausbau von über 14 GW verzeichnet. Getrieben war dieser vor allem durch die Installation von PV-Dachanlagen. Etwa 6,5 GW an Aufdach-Solaranlagen wurden in Deutschland im abgelaufenen Jahr für den privaten Gebrauch installiert. 3,5 GW wurden im Gewerbe- und Industriesektor zugebaut. Mehr als 70 Prozent der hinzugefügten Kapazitäten in der Solarenergie entfielen auf Aufdachanlagen.

Höhere Sonneneinstrahlung

Darüber rechnet Rystad für dieses Jahr mit einer deutlichen Verbesserung der Sonneneinstrahlung, was eine Rückkehr zur Norm nach einem relativ schlechten Ergebnis im Vorjahr bedeutet.

2023 hatte die PV-Kapazität in Europa um 60 Gigawatt (GW) zugelegt. Gleichzeitig war die Solarstromerzeugung wetterbedingt allerdings nur um etwa 20 Prozent gestiegen.

Sorgen bei Wind und Atomkraft

Bei der Windenergie belaufen sich die erwarteten Kapazitätserweiterungen laut Rystad nur auf etwa 25 GW. Bei der Erzeugung von Windenergie wird bis 2024 eine Zunahme um 38 TWh erwartet. Dies liege aber unter den Zubauzielen, die Europa benötige, um seine ehrgeizigen Dekarbonisierungsziele zu erreichen.

EDF, Europas größter Kernkraftwerksbetreiber, plant zwar für 2024 eine Leistungssteigerung, nachdem er 2023 Probleme mit Spannungskorrosion gelöst hat. Jedoch könnte eine von drei geplanten Abschaltungen in 13 Kernkraftwerken verlängert werden, wovon bis zu fünf Anlagen betroffen wären.

Rückgang der Fossilen

Rystad prognostiziert, dass Europas Kernkraftwerke 20 TWh mehr im Jahr 2024 erzeugen werden als im Jahr 2022. Dennoch wird die Stromerzeugung aus Kernenergie aufgrund der sinkenden Kernkraftkapazität voraussichtlich immer noch unter dem Niveau von vor 2022 liegen, heißt es.

Die Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen soll 2024 insgesamt weiter zurückgehen, allerdings wesentlich langsamer als 2023. Der Rückgang wird voraussichtlich 60 TWh betragen, da die Gesamtstromnachfrage in Europa im selben Zeitraum leicht ansteigt, so die norwegischen Experten. Das Gleichgewicht zwischen Kohle- und Gaskraftwerken wird demnach von der Kostenwettbewerbsfähigkeit dieser beiden Energieträger abhängen. (jk)

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