„Der Kunde soll möglichst vollautomatisch von der Direktvermarktung profitieren“, berichtet Produktmanager Nikolas Rommeiß.

„Der Kunde soll möglichst vollautomatisch von der Direktvermarktung profitieren“, berichtet Produktmanager Nikolas Rommeiß.

Bild: © Halfpoint/AdobeStock

Die zuletzt stark gesunkenen Großhandelspreise für Solarmodule machen der heimischen Solarindustrie zu schaffen. "Deutsche Modulhersteller leiden unter dem aktuellen Preisdruck", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW), Carsten Körnig, der Deutschen Presse-Agentur. Gegenüber asiatischen Wettbewerbern verfügten deutsche Hersteller in der Regel über deutlich kleinere Produktionskapazitäten und damit über Wettbewerbsnachteile bei den Fertigungskosten. "Eine Gigafabrik mit einem jährlichen Produktionsvolumen von zehn Gigawatt kann erheblich günstiger produzieren als eine Solarfabrik mit einem Output von lediglich einigen Hundert Megawatt", sagte Körnig.

Nach Angaben des Energieexperten Andreas Fischer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sind die Großhandelspreise für Solarmodule seit Ende 2022 um bis zu 40 Prozent gesunken. Wichtige Ursachen dafür sieht er im Ausbau der Produktionskapazitäten in China in den vergangenen Jahren sowie im technischen Fortschritt, der eine effektivere Produktion ermögliche.

Wirtschaftliche Produktion

Der Vorstandsvorsitzende des Dresdner Anbieters Solarwatt, Detlef Neuhaus, sprach von einem Preisverfall bei Solarmodulen, der seit einigen Monaten zu beobachten sei. "Dieser Preisverfall wird ausgelöst durch den massiven Import chinesischer Hersteller, die ihre Produkte teilweise ohne Berücksichtigung internationaler Standards herstellen lassen." Nötig seien so schnell wie möglich verlässliche Rahmenbedingungen, die einen fairen Wettbewerb ermöglichten, sagte Neuhaus. "Eine wirtschaftlich industrielle Produktion von Photovoltaikmodulen wird andernfalls hier nicht möglich sein."

Anders als bei Modulen hat der Solarverband BSW bei kompletten Photovoltaiksystemen bei der jüngsten Mitgliederbefragung im August im Schnitt noch keine Preissenkungen registriert. "Generell schwanken die PV-Modulpreise oft stärker als die Preise für komplette, schlüsselfertig installierte PV-Systeme", sagte Körnig. In den Systempreisen seien auch die Arbeitskosten im Handwerk abgebildet, die sich unter Umständen gegenläufig zur Preisentwicklung bei Solarteilen entwickeln könnten. "Und natürlich beeinflussen auch Angebot und Nachfrage die Preisbildung."

Preisrückgang bei Endkunden

Blickt man weiter zurück, gibt es es laut dem IW-Experten Fischer aber durchaus einen Preisrückgang für Endkunden. Kostete ein Watt Solarkapazität 2010 noch rund 3,50 Euro, liegt der Preis mittlerweile bei etwa 1,50 Euro. Zur Einordnung: Aufdachanlagen auf Einfamilienhäusern haben oft eine Kapazität bis zu 10.000 Watt. (dpa/jk)

Lesen Sie dazu: Strafzölle auf PV-Importe: "kein sinnvolles Mittel"

Preis für Solarmodule im Sturzflug - Hilferuf an EU-Kommission

Drei Solarspezialisten wollen PV-Produktion in Deutschland aufbauen

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper