Der Entwurf: Die Großwärmepumpe nutzt das verbliebene Energiepotenzial von geklärtem Wasser.

Der Entwurf: Die Großwärmepumpe nutzt das verbliebene Energiepotenzial von geklärtem Wasser.

Bild: Enercity

Von Pauline Faust

Enercity baut auf dem Gelände eines Klärwerks eine Großwärmepumpe. Sie soll Energie aus dem Abwasser gewinnen – ein Potenzial, das vielerorts noch nicht genutzt wird.

Die Pumpe auf dem Gelände des städtischen Klärwerks im Stadtteil Herrenhausen soll voraussichtlich ab dem Jahr 2027 in Betrieb gehen. Insgesamt will der Konzern 56 Millionen Euro investieren.

"Es bleibt bei unserem Versprechen, die Wärmewende in Hannover konsequent voranzutreiben. Schon in drei Jahren wird die Fernwärme bis zu 75 Prozent grün sein", sagt Marc Hansmann, Vorstand für Finanzen und Infrastruktur bei Enercity. Ziel der Hannoveraner ist, bis Mitte der 2030er Jahre Klimaneutralität in der Wärmeerzeugung zu erreichen.

So funktioniert die Wärmegewinnung aus Abwasser

Die Großwärmepumpe macht das Klärwerk zur Wärmequelle und nutzt das verbliebene Energiepotenzial des geklärten Wassers, das in der Kläranlage zunächst gereinigt und anschließend wieder in die Leine abgegeben wird.

Das Klarwasser, das auch in den Wintermonaten eine Temperatur von etwa zwölf bis 16 Grad Celsius hat, wird erst durch einen Filter und dann durch Wärmepumpenmodule geleitet. Dabei wird dem Wasser Energie entzogen, sodass sich die Temperatur des Wassers reduziert, bevor es in den Fluss abgegeben wird. Das Energiepotenzial wird wiederum genutzt, um das für die Fernwärme benötigte Wasser auf eine Betriebstemperatur von 95 Grad Celsius zu erwärmen. Die Pumpe wird eine thermische Leistung von 30 Megawatt haben.

Kräftig Fördergelder eingesammelt

Fördergelder für nachhaltig erzeugte Wärme: Das Projekt wird durch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle unterstützt und mit insgesamt 22,5 Millionen Euro gefördert. "Enercity investiert bis 2040 rund 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau der grünen Fernwärme", so Hansmann.

Insgesamt werden künftig 14 nachhaltige Wärmequellen wie die Großwärmepumpe das Fernwärmenetz der Landeshauptstadt speisen. Das Portfolio umfasst unter anderem Lösungen wie Klärschlammverwertung, Klarwasser- und Flussgroßwärmepumpen, Biomethan-Blockheizkraftwerke sowie ein Biomasse-Heizkraftwerk und Geothermie. Dafür wird das Fernwärmenetz kontinuierlich erweitert – von derzeit etwa 360 Kilometern auf rund 550 Kilometer. Bis 2040 sollen rund 18.000 Gebäude in Hannover über klimaneutrale Fernwärme versorgt werden – fünfmal so viele wie heute.

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