Die Bereitschaft deutscher Immobilieneigentümer zu energetischen Sanierungen ist gering. Das ist das Ergebnis einer neuen Umfrage der Direktbank ING. Mehr als 30 Prozent der Befragten gaben an, nur dann aktiv zu werden, wenn sie gesetzlich dazu verpflichtet würden. Im Jahr 2023 lag dieser Anteil noch bei rund zwölf Prozent.
Finanzielle Unterstützung spielt dabei eine zentrale Rolle: Etwa 18 Prozent der Eigentümer wären zu Sanierungen bereit, wenn staatliche Förderungen die Kosten vollständig decken. Knapp neun Prozent würden handeln, wenn zumindest ein Teil der Kosten durch Zuschüsse ausgeglichen würde.
Überblick verlorgengegangen
Darüber hinaus hätten die Befragten "im Hin und Her um gestoppte und dann wieder aufgenommene Förderprogramme den Überblick verloren", glaubt die ING. Denn es gebe durchaus Förderungen – sowohl für den klimafreundlichen Neubau als auch für Sanierung und Modernisierung bestehender Gebäude.
Kosten gestiegen
Die Umfrage zeigt zudem, dass hohe Kosten ein zentrales Hindernis bleiben. Mehr als ein Drittel derjenigen, die in den vergangenen drei Jahren keine Maßnahmen ergriffen, führten unzureichende Förderung oder finanzielle Belastung als Gründe an. Im Vorjahr lag dieser Wert bei einem Viertel.
Sanierungen sind laut der Studie erheblich teurer geworden. Kosten für Dacharbeiten, Dämmung oder Heizsysteme sind seit 2019 um etwa 50 Prozent gestiegen. Die ING fordert daher eine Kombination aus Anreizen und gesetzlichen Vorgaben, um die EU-Ziele zur Energieeinsparung und Treibhausgasreduktion im Gebäudesektor zu erreichen.
Helfen werde wohl nur eine Mischung aus Anreizen und gesetzlicher Verpflichtung, meint die ING. "Die Devise für die vor uns liegenden Jahre wird wohl eher Fordern und Fördern, Zuckerbrot und Peitsche lauten." Die repräsentative Umfrage hat das Ipsos-Meinungsforschungsinstitut mit Hauptsitz in Paris online durchgeführt. (dz/dpa)



