Wärmepumpen dürften im Wärmemarkt der Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Zuletzt ging aber der Absatz inmitten von Diskussionen um neue Förderprogramme zurück.

Wärmepumpen dürften im Wärmemarkt der Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Zuletzt ging aber der Absatz inmitten von Diskussionen um neue Förderprogramme zurück.

Bild: © Roberto Pfeil/dpa

Von Daniel Zugehör

Die Wärmepumpe hat sich im Neubau endgültig durchgesetzt: Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden im Jahr 2024 in 69,4 Prozent der knapp 76.100 fertiggestellten Wohngebäude Wärmepumpen als primäre Heizquelle installiert. Damit hat sich ihr Anteil seit 2014, als er noch bei 31,8 Prozent lag, mehr als verdoppelt. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Anteil um rund fünf Prozentpunkte.

Besonders verbreitet ist die Wärmepumpentechnologie in Ein- und Zweifamilienhäusern, wo 74,1 Prozent der Neubauten auf diese Heizlösung setzen. In Mehrfamilienhäusern hingegen liegt der Anteil mit 45,9 Prozent deutlich niedriger. Dies deutet darauf hin, dass der Einsatz von Wärmepumpen in größeren Gebäuden nach wie vor mit spezifischen technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen verbunden ist.

Gas verliert weiter an Bedeutung

Der strukturelle Wandel hin zu klimafreundlicher Heiztechnik zeigt sich besonders deutlich bei den Baugenehmigungen: Im Jahr 2024 war bei 81,0 Prozent der genehmigten Wohnneubauten der Einsatz einer Wärmepumpe als primäre Heizquelle vorgesehen. Insgesamt sollen 84,8 Prozent der geplanten Neubauten überwiegend mit erneuerbaren Energien beheizt werden.

Konventionelle Heizsysteme spielen in der Planung neuer Gebäude nur noch eine marginale Rolle. Erdgas, das noch vor zehn Jahren als dominanter Energieträger galt, kommt 2024 nur noch in 3,7 Prozent der genehmigten Wohngebäude als Hauptheizenergie zum Einsatz. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 betrug dieser Anteil noch über 50 Prozent.


Wärme wird grüner

Im Jahr 2024 wurden 73,9 Prozent der fertiggestellten Wohngebäude primär mit erneuerbaren Energien beheizt – eine deutliche Steigerung gegenüber 2014, als der Anteil noch bei 38,5 Prozent lag. Werden auch ergänzende Energiequellen berücksichtigt, beispielsweise Kaminöfen oder solarthermische Anlagen, liegt der Anteil erneuerbarer Energien sogar bei 82,3 Prozent aller Neubauten.

Im Detail verteilen sich die erneuerbaren Heizsysteme im Jahr 2024 wie folgt: Wärmepumpen machen mit einem Anteil von 69,4 Prozent den mit Abstand größten Teil aus. Holzbasierte Heizsysteme, etwa Pelletheizungen oder Kaminöfen, wurden in 3,6 Prozent der Neubauten als primäre Heizquelle genutzt. Solarthermie kam in 0,5 Prozent der Fälle zum Einsatz, Biogas und Biomethan jeweils in 0,2 Prozent. Weitere Formen von Biomasse spielten ebenfalls mit 0,2 Prozent nur eine untergeordnete Rolle.


Herausforderungen bei der Sanierung

Während sich der Neubau zunehmend auf erneuerbare Energien stützt, dominieren im Gebäudebestand nach wie vor fossile Energieträger. Laut Zensusdaten vom Mai 2022 werden 53,9 Prozent der bestehenden Gebäude mit Wohnraum primär mit Erdgas beheizt. Heizöl kommt in 24,7 Prozent der Fälle zum Einsatz. Erneuerbare Energien spielen im Bestand bislang eine untergeordnete Rolle: Nur 10,2 Prozent der Wohngebäude nutzen sie als Hauptheizquelle. Wärmepumpen, die typischerweise Umwelt- oder Abluftwärme sowie Geo- oder Solarthermie nutzen, wurden lediglich in 4,2 Prozent der Bestandsgebäude eingesetzt.

Die Sanierung des Bestands stellt damit eine zentrale Herausforderung für die Wärmewende dar. Die Umstellung auf klimafreundliche Heizsysteme in bestehenden Gebäuden erfordert nicht nur technische Lösungen, sondern auch attraktive Förderbedingungen und verlässliche Rahmenbedingungen.

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