Vor einem neu gebauten Wohngebäude im baden-württembergischen Plankstadt ist im Garten eine Wärmepumpe zum Heizen des Gebäudes in Betrieb.

Vor einem neu gebauten Wohngebäude im baden-württembergischen Plankstadt ist im Garten eine Wärmepumpe zum Heizen des Gebäudes in Betrieb.

Bild: © Bernd Weißbrod/dpa

Die Förderzusagen für neue, nachhaltige Heizungen sind zum Jahresanfang 2025 stark rückläufig. Rund 17.000 Zusagen hat die Förderbank KfW im Januar erteilt, wie aus einer Übersicht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hervorzgeht. Der größte Teil entfällt mit gut 14.000 Zusagen dabei auf Wärmepumpen.

Der Rückgang gegenüber dem Vormonat fällt somit deutlich aus: Im Dezember 2024 waren noch knapp 46.000 Anträge bewilligt worden, davon gut 38.000 für neue Wärmepumpen. Seit dem Start der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), wie das Förderprogramm ausführlich heißt, waren die Förderzahlen mit einzelnen Ausnahmen stetig angestiegen. Weniger als 17.000 Zusagen hatte es zuletzt im Juni 2024 gegeben.

Bis zu 60.000 Anträge

Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Zahlen auf ZfK-Nachfrage hin eingeordnet. "Seit in Kraft treten der BEG, und hier vor allem seit September 2024 ist ein deutliches Interesse sichtbar", sagt eine Sprecherin. "Im letzten Jahr gab es im Zusammenhang mit der Heizungsförderung bei der KfW 227.000 Anträge, die fast vollständig sofort bewilligt wurden."

Das Ministerium könne demnach keinen Rückgang des Interesses sehen. "Anfang eines Jahres werden traditionell Entscheidungen weniger getroffen, als zum Jahresende", erklärt die Sprecherin weiter. Mit Stand zum 9. März sei die Zahl der Anträge im laufenden Jahr auf rund 60.000 gestiegen. Der größte Teil davon entfalle auf Anträge für Wärmepumpen.

In der Regel wird ein Großteil der Förderanträge auch bewilligt. Ausnahmen gibt es in der Regel wegen Formfehlern oder Doppelanträgen.

Vorzieeffekte im Dezember

Auch der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) ist von den Zahlen nicht überrascht. "Saisonbedingt ist der Januar immer schwach bei Absatz und Förderanträgen", sagt Björn Schreinermacher, Leiter Politik beim BWP. Hinzu komme ein Vorzieeffekt durch viele Anträge im Dezember.

Tatsächlich hatte der Verband bereits im Januar auf diesen Effekt hingewiesen. Hintergrund war die Unsicherheit, wie es mit der Wärmepumpenförderung angesichts der vorläufigen Haushaltsführung weitergeht. Die alte Ampel-Regierung hatte sich nicht auf einen Haushalt für 2025 einigen können. In einem solchen Fall gelten bestimmte Verfahrensregeln. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte aber stets betont, dass die BEG-Förderung gesichert sei.

Zweithöchste Förderzahl

Wie der BWP mit Berufung auf Zahlen des Wirtschaftsministeriums mitteilt, sei die Anzahl der Zusagen im Februar zudem wieder auf 31.000 gestiegen. Das wäre nach dem Ausnahmemonat im Dezember 2024 sogar die zweithöchste Zahl, seitdem das Förderprogramm begonnen hat.

Die Förderzahlen aus dem BEG dienen in der Heizungsbranche auch als Indikator für künftige Ausbauzahlen. Die Umsätze der Branche waren im vergangenen Jahr eingebrochen ‒ und zwar um fast fünfzig Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Besonders die Wärmepumpe war von dem Rückgang betroffen. Nur noch 193.000 Geräte waren abgesetzt worden. Die alte Bundesregierung hatte eigentlich 500.000 Geräte pro Jahr angestrebt. Als Grund für die Umsatzeinbußen werden in der Branche auch Unsicherheiten über das Gebäudeenergiegesetz (GEG), kurz Heizungsgesetz, genannt.

Das Gebäudeenergiegesetz hat das Ziel, die im deutschen und europäischen Klimaschutz angestrebte CO2-Einsparung im Gebäudebereich zu unterstützen. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fördert dabei die Sanierung von Gebäuden und den Umstieg von fossilen Heizungen technologieoffen auf erneuerbare Systeme.

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