Von Daniel Zugehör
Nach der Bundestagswahl warnt der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) vor einem energiepolitischen Fadenriss – und fordert zugleich günstigere Strompreise. Es gebe zwar nur wenig Spielraum für Verhandlungen innerhalb einer möglichen Koalition aus CDU/CSU und SPD, sagte BWP-Chef Martin Sabel anlässlich eines Pressetermins.
Stromsteuer und Netzentgelte
Aber es sei wichtig, Leitplanken wie das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und damit dessen "Signalwirkung" beizubehalten. Das GEG sieht unter anderem vor, dass neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Darüber hinaus müssten die Stromsteuer auf das EU-Minimum gesenkt werden und die Netzentgelte sinken, so Sabel.
Mit einem Marktanteil von zuletzt 27 Prozent im Jahr 2024 sei der Wärmepumpenabsatz gegenüber dem Vorjahr stabil geblieben. 2024 wurden demnach 193.000 Stück abgesetzt, 2023 waren es noch 356.000. Dass weniger Wärmepumpen verkauft wurden, liege insbesondere daran, dass zuvor Geräte eingelagert – und entsprechen später eingebaut – worden seien.
Absatz steigt
In die Zukunft blickt die Branche grundsätzlich optimistisch. Im laufenden Jahr rechnet der BWP mit einem Absatz von circa 260.000 Wärmepumpen, 2026 mit einem von 350.000 Geräten. 2027 könnten es sogar noch mehr werden, dann wird der europäische Emissionshandel (ETS II) eingeführt.
Sabel prognostiziert für das Jahr eine "signifikante Steigerung", ohne sich festlegen zu wollen – das wäre "spekulativ". Denn: Noch sei nicht klar, wie sehr ETS II Gas und Öl verteuern und die Menschen damit zum Umstieg zum Beispiel auf eine Wärmepumpe bewegen werde.
"Fristen beibehalten"
Weiter fordert der Verband, die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) "abzusichern". Das BEG sei nicht nur das "wirkungsvollste Klimainstrument im Gebäudesektor", es wirke darüber hinaus "lokal und sozial". Und schließlich sollten die Fristen der kommunalen Wärmeplanung beibehalten werden. Derzeit gilt, Kommunen ab 100.000 Einwohnern müssen bis zum 30. Juni 2026 einen Wärmeplan erstellen, kleinere haben zwei Jahre mehr Zeit.
Auch andere Akteure der Energiebranche sehen schnellen Handlungsbedarf, vor allem bei der Wärmewende. Das ergab eine aktuelle Umfrage der ZfK kurz nach der Wahl.



