Die Wärmewende kommt weiterhin nur schleppend voran. Das untermauern neue Zahlen zur Heizungsförderung, die das Bundeswirtschaftsministerium monatlich aktualisiert.
Demnach wurden im September insgesamt 23.000 Förderzusagen inklusive Zusatzanträge gemacht. Das ist zwar ein neuer Höchstwert in diesem Jahr, aber weit davon entfernt von dem, was für eine zügige Wärmewende nötig wäre.
Insgesamt mehr als 122.000 Zusagen
Insgesamt gab es seit Überarbeitung des Förderprogramms BEG mehr als 122.000 Zusagen. Davon entfielen 81.000 bewilligte Anträge auf Wärmepumpen. Zur Einordnung: Eigentlich ist es Ziel der Bundesregierung, von diesem Jahr an jedes Jahr 500.000 Wärmepumpen zu installieren.
Immerhin zeigt der Trend weiter nach oben. Gab es im März und April noch nicht einmal jeweils 8000 Wärmepumpen-Zusagen, wurden im September mehr als 15.000 Anträge bewilligt – auch das ein neuer Höchstwert in diesem Jahr.
Stagnation bei Solarthermie
Zudem ist die Zahl der geförderten Anschlüsse an Wärmenetze seit dem Frühjahr stark gestiegen: von rund 300 im April auf mehr als 1100 im September.
Die Zahl der bewilligten Solarthermie-Anträge stagniert dagegen. Nach einem Hoch im Juni (937) ging es seitdem wieder nach unten. Im September wurden 704 Solarthermie-Anträge bewilligt. Gleiches gilt für wasserstofffähige Gasheizungen. Im September wurden 52 Förderanträge genehmigt. Im Juli waren es 54 und im August 44 gewesen.
Wärmepumpen-Absatz stark zurückgegangen
Ende August hatte das Bundeswirtschaftsministerium die Heizungsförderung weiter geöffnet. Seitdem können auch Unternehmen, Eigentümer vermieteter Einfamilienhäuser und Wohneigentümerschaften Anträge stellen.
Die Wärmepumpen- und die Solarthermiebranche erhoffen sich dadurch einen Nachfrageschub. In den vergangenen Monaten waren ihre Absatzzahlen deutlich eingebrochen. So war im ersten Halbjahr der Wärmepumpen-Absatz nach Angaben des Branchenverbands BDH auf 90.000 Stück zurückgegangen. Die verkaufte Solarthermiefläche halbierte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Kürzungen im Förderprogramm
Mit Blick auf das nächste Jahr geht die Bundesregierung offenbar nicht davon aus, dass die Nachfrage nach Wärmepumpen und anderen geförderten Heizungstechniken in Privathaushalten ungewöhnlich stark steigen wird. Das Förderprogramm BEG soll im kommenden Jahr laut Haushaltsentwurf mit 14,4 Milliarden Euro ausgestattet werden. Für das laufende Jahr wurden noch 16,7 Milliarden Euro eingestellt. (aba)


