Abfälle aus privaten Haushalten sind 2024 leicht angestiegen.

Abfälle aus privaten Haushalten sind 2024 leicht angestiegen.

Bild: © Caroline Bock/dpa

362 Millionen Tonnen Müll wurden im Jahr 2024 in Deutschland produziert. Was nach viel klingt, ist tatsächlich Rekord, denn so niedrig war die Abfallmenge zuletzt vor 15 Jahren, wie das Statistische Bundesamt am Montag bekannt gab. Im Vergleich zum Negativrekordjahr 2018, fielen 2024 rund 55 Millionen Tonnen weniger Müll an. Alle Details zur Abfallentwickung haben wir in Grafiken ausgewertet.

Seit 2018 ist das gesamte Abfallaufkommen um 13 Prozent gesunken. Der Rückgang beschleunigte sich dabei ab 2022 merklich: In diesem Zeitraum ging die Menge an Müll um neun Prozent zurück.

  • Müllaufkommen 2024: 362 Millionen Tonnen, das sind 4,6 Prozent weniger als im Vorjahr
  • Müllaufkommen 2009: 359 Millionen Tonnen
  • Müllaufkommen 2018: Höchststand mit 417 Millionen Tonnen

Hausmüll leicht gestiegen

2024 sind knapp 18 Millionen Tonnen weniger Abfall angefallen als im Vorjahr. Maßgeblich verantwortlich für den Rückgang ist die gesunkene Menge von Bau- und Abbruchabfällen, mit 16 Millionen Tonnen weniger als im Jahr zuvor.

Leicht gestiegen sind dagegen die Siedlungsabfälle, also vor allem Hausmüll: von 48,9 auf 49,3 Millionen Tonnen (0,8 Prozent). Auch Abfälle aus der Gewinnung und Behandlung von Bodenschätzen legten um rund fünf Prozent zu.

Sekundärabfälle, also Abfälle, die aus einer Abfallbehandlung entstanden sind und einer erneuten Abfallbehandlung zugeführt werden, sind leicht gesunken. Übrige Abfälle sind ebenfalls leicht gesunken.

Bau- und Abbruchabfälle dominieren

Mit 182,8 Millionen Tonnen stellen Bau- und Abbruchabfälle die Hälfte des gesamten deutschen Abfallaufkommens. An zweiter Stelle folgen Sekundärabfälle mit 56,1 Millionen Tonnen (rund 15 Prozent), dahinter Siedlungsabfälle mit 49,3 Millionen Tonnen (14 Prozent).

Verwertungsquote unverändert

Die Verwertungsquote lag 2024 bei 82 Prozent des gesamten Abfallaufkommens und damit genauso hoch wie in den Vorjahren.

69 Prozent wurden stofflich und 13 Prozent energetisch verwertet. Auf Deponien abgelagert wurden 16 Prozent. 0,8 Prozent wurden thermisch beseitigt ("Andere" in der Grafik). Einer sonstigen Behandlung zur anschließenden Beseitigung wurden 1,2 Prozent unterzogen.

Die endgültige Abfallbilanz 2024 mit detaillierten Aufschlüsselungen wird im Juli 2026 veröffentlicht.

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