Noch sind Frauen in Chefetagen selten – das soll sich ändern (Symbolbild).

Noch sind Frauen in Chefetagen selten – das soll sich ändern (Symbolbild).

Bild: © Adobe Stock/Lifeisbeautiful

Von Daniel Zugehör

Der Anteil weiblicher Führungskräfte in der Kommunalwirtschaft in Deutschland lag im Jahr 2024 bei nur etwa 28 Prozent. Im Vorjahr waren es gerade einmal rund 20 Prozent. Die Teilhabe von Frauen auf Führungsebene müsse gestärkt werden, sagte Tobias Grau, Geschäftsführer der Stadtwerke Velbert am Rande des zweiten regionalen Stammtischs des ZfK-Netzwerks "Frauen in der Kommunalwirtschaft" in Nordrhein-Westfalen (NRW).

Andernfalls werde "eine ganz wesentliche Ressource unserer Gesellschaft verschwendet", so Grau weiter. "Daran arbeiten wir bereits und deshalb ist ein solches Netzwerk für mich besonders spannend."

Die Stadtwerke Velbert waren Gastgeber des Treffens am 27. Oktober. Die Belegschaft bestehe zu rund einem Drittel aus Frauen. Auf der Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung liege der Anteil derzeit bei 20 Prozent. "Das ist weiter ausbaufähig."

Von null auf 50 Prozent

Das sei jedoch nicht immer so gewesen. Als Grau Anfang 2024 seine Geschäftsführerposition antrat, habe es noch keine einzige weibliche Führungskraft unterhalb der Geschäftsführungsebene gegeben. "Seitdem haben wir personell viel umgebaut."

Die Hälfte der neu besetzten Führungspositionen wurden seither mit Frauen besetzt. Auch in Bereichen, die auf den ersten Blick oft als "klassische Männerdomänen" bezeichnet würden, wie den Betrieb von Gas- und Wassernetzen oder das zentrale Controlling.

Dabei habe er sowohl gezielt nach weiblichen Führungskräften gesucht als auch bei allen Besetzungen stets die besten Personen für die jeweilige Position im Blick gehabt. Bei den Stadtwerken Velbert sind demnach rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Dazu kommen etwa 45 für den Bäderbetrieb, plus Saisonkräfte.

Thematische Vielfalt

Das Interesse am zweiten regionalen Stammtisch war laut Bärbel Krohn, Nachhaltigkeitsmanagerin bei den Stadtwerken Velbert, hoch. Sie wertete die Veranstaltung aufgrund des regen Austauschs als Erfolg.

Geschäftsführer Grau hob insbesondere die thematische Breite hervor. "Es geht hier nicht um ein bestimmtes Thema, das alle verbindet, sondern um eine große Vielfalt." Dazu zählten etwa Abrechnungs- und IT-Dienstleitungen, die Wasserwirtschaft oder auch KI.

3000 Teilnehmende

Die Treffen des NRW-Frauennetzwerks finden alle drei Monate an wechselnden Standorten in der Region statt. Mut, Offenheit und ein gut ausgebautes Netzwerk können wichtige Stützen einer erfolgreichen Karriere sein, lautete der Tenor des ersten Treffens, das am 7. Juli die Stadtwerke Hamm ausrichteten. Neben dem Stammtisch wurde als weiteres Projekt die Untergruppe "Nachhaltigkeit" ins Leben gerufen.

Eingebettet ist beides in das überregionale Netzwerk "Frauen in der Kommunalwirtschaft – powered by ZfK", unter anderem mit monatlichen Online-Webinaren sowie zwei persönlichen Treffen jährlich. Es richtet sich an alle Frauen in der Kommunalwirtschaft, mehr als 3000 nehmen bereits aktiv daran teil. Die Teilnahme ist kostenlos.

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