Mit einem Medienmix aus Musik und digitalen Präsentationen führt Friedhelm Susok, Moderator und Gründer von FS Infotainment, Schülerinnen und Schüler an das Thema Energie heran.

Mit einem Medienmix aus Musik und digitalen Präsentationen führt Friedhelm Susok, Moderator und Gründer von FS Infotainment, Schülerinnen und Schüler an das Thema Energie heran.

Bild: @ FS_Infotainment

Im Rahmen ihrer Bildungsinitiative arbeitet Rheinenergie seit mehreren Jahren mit dem Anbieter FS Infotainment zusammen. Ziel der Kooperation ist es, Schulbildung und Nachwuchsgewinnung in der Energiebranche wirkungsvoll zu verbinden.

In einem 90-minütigen Live-Erlebnis verschmelzen Berufsorientierung, Fachwissen und Unterhaltung zu einem abwechslungsreichen Format, das mit dem Unternehmen jährlich rund zehnmal an Schulen zum Einsatz kommt. Im von Rheinenergie finanzierten Medienmix erhalten Schülerinnen und Schüler facettenreiche Einblicke in die Welt der Energie – und begegnen Auszubildenden im direkten Austausch auf Augenhöhe.

Warum sich dieses Engagement lohnt, erklärt Elfi Pfahlbusch, Projektleiterin der Bildungsinitiative bei Rheinenergie. Friedhelm Susok, Gründer von FS Infotainment, gibt zudem Einblicke in das pädagogische Konzept – und was das Format so unterhaltsam wie wirkungsvoll macht.

Nachhaltigkeit, Energie und Berufsorientierung – Herr Susok, Sie sagen, bei Ihnen wird daraus ein echtes Lernerlebnis, das auch emotional andockt. Wie gelingt Ihnen das?

Friedhelm Susok: Die Schülerinnen und Schüler werden aktiv eingebunden und gestalten die Veranstaltung mit. Das läuft multimedial und manchmal ganz klassisch mit Flipcharts. Wir bringen auch eigens produzierte Filme, einen Rap und interaktive Elemente auf Touchscreens mit. Wir schaffen ein Setting, in dem sie sich 90 Minuten auf die Themen Energie und Nachhaltigkeit einlassen. Das gelingt, weil sie merken: Das betrifft mich. Ich bin emotional involviert, hier ist Action.

Frau Pfahlbusch, wie erleben Sie das Interesse der jungen Menschen an grünen Berufen?

Elfi Pfahlbusch: Das ist unterschiedlich und der Begriff grüne Berufe ist ja auch sehr weitreichend. Insgesamt ist definitiv ein Grundinteresse da. Besonders gut kommt an, dass unsere Rheinenergie-Azubis direkt aus ihrem Arbeitsalltag erzählen. Da wird’s konkret. Ich denke, nach 90 Minuten ist oft klar: Egal, wohin ich gehe – in fast allen Berufen ist das Thema Nachhaltigkeit relevant.

Elfi Pfahlbusch ist Teamkoordinatorin und Projektleiterin im Bereich Unternehmenskommunikation der
Rheinenergie.Bild: @ RheinEnergie

Es geht also vor allem um Nachhaltigkeit?

Susok: Die ersten beiden Module vermitteln grüne Grundlagen: Wie steht es um die Welt? Was bedeutet Klimawandel eigentlich? Dann geht’s in die Berufsorientierung: Welche Berufe gibt es? Wie verändern sie sich? Und schließlich – wie Frau Pfahlbusch schon sagte – kommt der direkte Live-Austausch mit Azubis, die altersmäßig sehr nah dran sind am Publikum.

Pfahlbusch: Die Jugendlichen wollen wissen, wie es nach der Schule für sie weitergehen kann. Natürlich interessiert sie, dass wir als Energieversorger ein gutes Einstiegsgehalt bieten und stark in Ausbildung investieren.

Der finanzielle Aspekt spielt also eine Rolle?

Pfahlbusch: Ja, aber auch die Erkenntnis: Wenn ich hier arbeite, gestalte ich aktiv die Energiewende mit. Jeder Job bei uns zahlt im Prinzip darauf ein. Wir finanzieren Bildungsangebote zur Berufsorientierung und MINT-Sensibilisierung in unserem Versorgungsgebiet an allen Schulformen, mit Schwerpunkt auf Gesamt-, Real- und Hauptschulen. Für eine Ausbildung bei der Rheinenergie ist ein Abitur übrigens keine Voraussetzung.

Bei dem Programm handelt es sich demnach neben dem Bildungs- vor allem um ein Recruitingthema?

Pfahlbusch: Unbedingt, der Bedarf an technischen Nachwuchskräften in der Energiebranche ist groß. Unser Ausbildungsbereich kommt inzwischen aktiv auf mich zu und fragt: Was können wir an Schulen noch machen? Wie positionieren wir uns dort?

Weiterführende Schulen sind dann an Unternehmen interessiert, wenn sie auch Berufsorientierung anbieten. Denn das ist laut Lehrplan verpflichtend – und dafür braucht man die Wirtschaft. So entsteht eine echte Win-win-Situation. Seit einigen Jahren verknüpfen wir deshalb unsere Bildungsinitiative immer enger mit dem Ausbildungsbereich.

Susok: Wir erweitern den Blick auf Berufe, die Schüler oft gar nicht auf dem Schirm haben. Es geht nicht nur um den Umwelttechniker. Was bedeutet Nachhaltigkeit etwa für einen Busfahrer – vor allem, wenn autonomes Fahren kommt? Wie wirkt sich die Energiewende auf Verwaltungsberufe aus?

Das Besondere: Wir gestalten die Veranstaltungen nicht im Klassenraum, sondern oft für ganze Jahrgangsstufen – mit bis zu 120 Schülern in einer Aula. Sie können sich per Mikrofon äußern, bringen eigene Ideen ein, auch musikalisch.

Wir improvisieren viel. Kommt zum Beispiel das Thema Fußball auf, spreche ich über den SV Werder Bremen – der hat mit als erster Fußballclub sein Stadion mit Solartechnik ausgestattet. So zeigen wir: Nachhaltigkeit findet sich in allen Bereichen. Wir regen dazu an, kreativ in alle Richtungen zu denken. Deshalb trifft der Begriff Infotainment unsere Veranstaltung wohl am besten.

Wie geht es nach den 90 Minuten mit den Themen weiter?

Pfahlbusch: Wir haben immer unsere Ausbildungsunterlagen dabei und bleiben Ansprechpartner – oft auch als Brücke in Richtung Bewerbungsgespräch oder Praktikumsplatz.

Ihr Unternehmen finanziert diese Einheiten. Was motiviert dazu?

Pfahlbusch: Konkret sind es mit diesem Format etwa zehn Veranstaltungen im Jahr, manchmal auch mehrere Jahrgänge an einem Tag. Damit erreichen wir viele Schülerinnen und Schüler. Als Teil der Stadtwerke Köln tragen wir schon lange eine gesellschaftliche Verantwortung. Unsere Bildungsinitiative gibt es seit über 25 Jahren. Sie bietet Angebote für Schulen und Kitas – Unterrichtsmaterialien, Fortbildungen, Unterrichtseinheiten – alles rund um Energie, Klima und Trinkwasser. Das sind sehr wichtige Themen für die Welt, in der wir leben, und sollten daher bei jungen Menschen früh platziert werden.

In den letzten Jahren kamen dann Themen wie Fachkräftemangel und Arbeitgeberattraktivität dazu. Wir machen auch bei Formaten wie dem Girls’ Day mit, denn gerade weiblicher Nachwuchs im technischen Bereich ist uns wichtig.

Diese Veranstaltung hier ist ein wichtiger Baustein in der Berufsorientierung insgesamt. Gerade wenn vom Elternhaus wenig Unterstützung kommt, saugen die Lernenden diese Impulse regelrecht auf.

Susok: Das kann ich nur bestätigen. Eine Anekdote werde ich nie vergessen: Wir waren in einem anderen Kontext mit unserem Programm an einer Schule in einem sozial schwierigen Viertel eingeladen. Ein Hafenmeister der Stadtwerke Essen war als Gastredner vor Ort. Ein Schüler war so begeistert, dass er am nächsten Morgen um fünf Uhr bei ihm vor der Tür stand, vollständig vorbereitet, mit allen wichtigen Unterlagen. Er wurde mit offenen Armen empfangen und direkt genommen.

Das Interview führte Boris Schlizio.

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