Wenn Manager besonderes Know-how in Digitalisierungs- und Transformationsthemen haben, haben sie gute Karten in Gehaltsverhandlungen.

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Bild: © jaaf/AdobeStock

Von Elwine Happ-Frank

Die Zeppelin-Universität Friedrichshafen und die Personalberatung LAB & Company Düsseldorf haben mittlerweile die vierte Studie über die Vergütung von Topmanagement-Mitgliedern öffentlicher Unternehmen vorgelegt. Die breit angelegte Untersuchung analysiert öffentliche Unternehmen aller Städte über 30.000 Einwohner:innen aller Landkreise sowie des Bundes und der Bundesländer in Deutschland. Durch diesen Ansatz wird eine deutschlandweit flächendeckende und regional ausgewogene Auswahl von Gebietskörperschaften über alle föderalen Ebenen sichergestellt.

Die Daten beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2023. Auf kommunaler Ebene ist die Gesamtdirektvergütung der Topmanagement-Mitglieder gegenüber 2022 im Gesamtschnitt (Median) um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Der Mittelwert liegt bei 4,1 Prozent.

Die Studienergebnisse zeigen, dass für die kommunale Ebene – ohne Sparkassen und Rundfunkanstalten – die durchschnittliche Gesamtdirektvergütung pro Kopf branchenübergreifend 172.000 Euro beträgt, der variable Anteil macht 27.000 Euro aus.

39,7 Prozent der Top-Management-Mitglieder erhalten eine Vergütung von weniger als 150.000 Euro im Jahr. Eine Vergütung zwischen 150.000 Euro und 300.000 Euro erhalten 43,3 Prozent und über 300.000 Euro erhalten 13,4 Prozent, dabei 3,6 Prozent oberhalb von 500.000 Euro.

Die Studie umfasst alle relevanten Branchen des kommunalen Geschehens von Gesundheit und Sozialwesen über Flug- und Seehäfen bis zu Messen und Kongressen. In diesem Beitrag stehen die Bereiche "Energie- & Wasserversorgung und Stadtwerke", "ÖPNV/Verkehr & Transport" sowie "Abfall- & Abwasserentsorgung" im Fokus.

Die Studie hat auch die Vergütungsunterschiede von Frauen und Männern in der Kommunalwirtschaft untersucht. Ulf Papenfuß, Professor am Lehrstuhl für Public Management & Public Policy der Zeppelin Universität in Friedrichshafen, und sein Team halten die Beschäftigung mit dem Thema deshalb für besonders wichtig, weil kommunale Unternehmen den Auftrag haben, nicht nur wirtschaftlich zu handeln, sondern vor allem dem Gemeinwohl zu dienen. Das bedeutet: Sie sollten die Bedürfnisse der Gesellschaft in den Mittelpunkt stellen und dafür sorgen, dass alle Menschen fair und ohne Benachteiligung behandelt werden.

Bezüglich der Vergütung stellt die Studie fest, dass branchenübergreifend Frauen eine durchschnittliche Vergütung von 149.000 Euro und Männer 177.000 Euro erhalten.

Die Offenlegung der Gehälter von Geschäftsführern und anderen Top-Managern in öffentlichen Unternehmen ist – das betonen Papenfuß und Heike Schoon-Pernkopf sowie Elke Vorholt, Geschäftsführerinnen von LAB & Company –  ein wichtiges Thema, wenn es um Vertrauen und Glaubwürdigkeit geht. Politik und Öffentlichkeit fordern immer stärker, dass diese Gehälter transparent und mit Namen veröffentlicht werden.

Deutschlandweit legen 75 Prozent der öffentlichen Unternehmen die Bezüge ihrer Top-Manager nicht offen. Auskunftsfreudiger sind die Stadtstaaten Berlin und Bremen inklusive Bremerhaven und Hamburg mit 61,8 Prozent sowie die Städte und Landkreise in Schleswig-Holstein mit 42,6 Prozent und in Nordrhein-Westfalen mit 36,8 Prozent. Schlusslichter sind Niedersachsen mit 7,1 Prozent, Sachsen-Anhalt mit 4,8 Prozent und Brandenburg mit 4,1 Prozent.

Was die einzelnen Teilsegmente der öffentlichen Unternehmen betrifft, liegen die Stadtwerke-relevanten Branchen im Mittelfeld. Die Range reicht von den Rundfunkanstalten mit einer Offenlegungsquote von 98,6 Prozent bis zu Krankenhäusern mit 21,3 Prozent.

"Über Transparenzgesetze und Public Corporate Governance Kodizes sollten überall vollständige Vergütungstransparenz einschließlich Altersversorgung und eine Vergleichsgruppe für die Vergütungshöhe realisiert werden", kommentiert Papenfuß. "Übergreifend braucht es Fair Pay und keine Neiddebatten."

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