Berlin ermöglicht Laden auf Landesflächen.

Berlin ermöglicht Laden auf Landesflächen.

Bild: © RS-Studios/stock.adobe.com

Berlin treibt den Ausbau der Ladeinfrastruktur in der Hauptstadt weiter voran. Im Rahmen des Pilotprojekts "Berlin tankt Strom" wurden seit Mitte 2025 auf fünf landeseigenen Flächen insgesamt 61 neue Ladepunkte errichtet.

Weniger attraktive Standorte bewusst gewählt

So sollen auch Standorte erschlossen werden, die für private Anbieter bislang weniger attraktiv gewesen seien, teilten die Berliner Stadtwerke mit. Das Land Berlin und der Versorger arbeiten dabei mit der Berliner Immobilien­management GmbH und der Berliner Agentur für Elektro­mobilität zusammen.

Das Projekt schaffe Lade­punkte dort, wo sie ge­braucht würden: an Bezirks­ämtern, Kfz-Zulassungs­stellen und in der Nähe von Wohnungen, sagt Staats­sekretär Severin Fischer von der Senats­verwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes. "Berlin stellt seine landes­eigenen Liegen­schaften gezielt für den Ausbau der Lade­infra­struktur zur Ver­fügung, weil die Mobilitäts­wende nur gelingt, wenn sie im All­tag funktioniert", so Fischer.

Mehr als Million Euro

Die Senatswirtschafts­verwaltung finanziere das Vorhaben mit bis zu 1,4 Millionen Euro. Auch "als Investition in die Handlungs­fähigkeit der Stadt und um Erfahrungen für den weiteren Ausbau zu sammeln", heißt es weiter. Das Projekt sei ein Kern­vorhaben der Gesamt­strategie Lade­infra­struktur, die der Senat im April 2024 be­schlossen habe. Die Strategie enthält Maßnahmen, um Berlin bis 2045 klima­neutral zu machen.

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur ist damit nicht abgeschlossen. Die Partner verstehen das Projekt als Teil eines langfristigen Prozesses, in dem weitere Standorte erschlossen werden sollen. Ab diesem Jahr auch gemeinsam mit privaten Betreibern. Ziel ist ein flächendeckendes Angebot.

Zwei Gigawatt Ladeleistung benötigt

Aktuell seien in Berlin rund 90.000 E-Fahrzeuge, davon 78.000 E-PKW, zugelassen sowie mehr als 7100 öffentlich zugängliche Lade­punkte am Netz. Zusammen mit den privaten Lade­punkten komme die Stadt auf eine installierte Lade­leistung von 440 Mega­watt.

Doch der Bedarf wachse: Den Stadtwerken zufolge gehen Prognosen von einer benötigten Lade­leistung bis 2030 von zwei Gigawatt aus.

Flächen als Streitpunkt

Die Flächenverfügbarkeit bildete insbesondere in der Vergangenheit einen zentralen Kritikpunkt in Diskussionen um den Hochlauf der E-Mobilität. Bund, Länder und Kommunen sind dazu angehalten, Liegenschaften dahingehend zu prüfen, ob Ladesäulen darauf errichtet werden können, und Flächen bereitzustellen.

Wichtige Hebel sind in diesem Zusammenhang das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz und der Masterplan Ladeinfrastruktur 2030.

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