Von Daniel Zugehör
Die Bundesregierung plant für das Jahr 2026 offenbar eine neue Förderung für Elektrofahrzeuge. In dem Fördertopf könnte deutlich mehr als eine halbe Milliarde Euro sein. Und zwar "bis zu 550 Millionen Euro", berichtet die Nachrichtenagentur "Reuters". Das Geld ist demnach zur "Förderung klimaneutraler Mobilität für Haushalte mit kleinem und mittlerem Einkommen" vorgesehen.
Weitere Millionen bis Ende des Jahrzehnts
Weitere 220 Millionen Euro sollen als sogenannte Verpflichtungsermächtigungen für die Jahre 2027 bis 2029 hinzukommen. Das gehe aus einer Bereinigungsvorlage für den Klima- und Transformationsfonds (KTF) des Finanzministeriums hervor. Am 13. November beginnt die Bereinigungssitzung des Ausschusses, der Änderungen im Haushaltsentwurf beschließen soll.
Das Ministerium selbst verwies auf ZfK-Anfrage auf das derzeit laufende parlamentarische Verfahren zum Haushalt 2026, "weswegen wir nicht kommentieren können". Anfang Oktober haben sich CDU, CSU und SPD darauf geeinigt, ein neues Förderkonzept für elektrische Fahrzeuge aufzulegen. Details seien noch nicht bekannt. Damit will die Regierung den Absatz von Elektroautos neu ankurbeln, nachdem frühere Förderprogramme ausgelaufen sind und die Neuzulassungen zuletzt rückläufig waren.
Mehr Bedarf an Ladestrom
Für die Energiebranche und Betreiber von Ladeinfrastruktur eine gute Nachricht. Denn eine Wiederbelebung der Nachfrage nach E-Autos bedeutet zugleich einen steigenden Bedarf an öffentlichen und halböffentlichen Ladepunkten. Besonders Stadtwerke, Energieversorger und andere Ladeinfrastrukturbetreiber können von einer wachsenden Fahrzeugflotte profitieren, da sich die Auslastung bestehender Ladesäulen erhöhen und neue Standorte wirtschaftlicher realisieren lassen dürften.
Da die Förderung laut Vorlage vor allem Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen adressiert, könnte der Ausbaubedarf künftig stärker in urbanen und suburbanen Gebieten liegen – also dort, wo viele Anwohner bislang keinen privaten Ladepunkt installieren können. Für Betreiber bietet sich hier die Chance, ihre Standortstrategien neu auszurichten und gezielt in bislang unterversorgte Wohnquartiere oder kleinere Kommunen zu investieren.
Signal stärkt Planungssicherheit
Zugleich würde der vorgesehene Förderrahmen bis zum Jahr 2029 neue Planungssicherheit bringen. Auch wenn die konkrete Ausgestaltung der Förderung – etwa zu Fahrzeugtypen, Prämienhöhe oder möglicher Kopplung mit Ladeinfrastrukturmaßnahmen – noch nicht bekannt ist, signalisiert der Bund, das Thema Elektromobilität wieder stärker priorisieren zu wollen.
Parallel dazu arbeitet der Bund bekanntlich an einem neuen "Masterplan Ladeinfrastruktur". Der mittlerweile dritte Plan dieser Art adressiert weniger das öffentliche Ladenetz, dafür vor allem Ladeinfrastruktur in Mehrparteienhäusern, Depots und Betriebshöfen sowie den Ausbau eines Schnellladenetzes für E-Lkws entlang der Autobahnen.
Fest steht: Mit der geplanten Förderung von allein 550 Millionen Euro im Jahr 2026 sendet die Regierung ein Signal an Verbraucher, Industrie und Energieunternehmen. Der Markt für Elektromobilität soll wieder Fahrt aufnehmen – und mit ihm die Ladeinfrastruktur wachsen.



