Bei der Elektromobilität fällt Deutschland in einem europäischen Vergleich um drei Plätze auf Rang 20 von 27 zurück. Ein Grund dafür sei der gegenüber dem Vorjahr fossilere Strommix, schreibt das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (Ewi).
Energiekrise belastet
Das Ranking erscheint jährlich, in der aktuellen Ausgabe haben die Forscherinnen und Forscher das Jahr 2022 betrachtet. Negativ hat sich in dem Jahr demnach die Energiekrise ausgewirkt.
Allerdings von Land zu Land unterschiedlich, heißt es weiter. Um den Gasverbrauch zu senken, habe Deutschland mehr Kohle verstromt und damit seinen CO2-Fußabdruck für die Elektromobilität erhöht.
Nordeuropa führend
Besonders gut abgeschnitten haben hier dagegen die skandinavischen Länder, die sich auch insgesamt die vordersten Plätze sichern konnten. Norwegen, Dänemark und Schweden verfügen über vergleichsweise hohe Anteile Windenergie und Wasserkraft am Strommix.
Ausschlaggebend für den "EWI EV Preparedness Index 2022" sind neben der Energieerzeugung noch die vorhandene Lade- und Netzinfrastruktur, als "eine der Voraussetzungen für einen erfolgreichen Markthochlauf elektrischer Fahrzeuge", sowie die Bedingungen für flexibles Laden.
Smartes Skandinavien
Auch hier sind die Skandinavier führend. Den Forscherinnen und Forschern zufolge verfügen alle drei Länder über eine leistungsfähige Netz- und Ladeinfrastruktur sowie viele installierte Smart Meter, die eine Flexibilisierung von Ladevorgängen ermöglichen. Der Anteil zeitvariabler Preisbestandteile und damit ökonomischer Anreize für flexibles Laden sei hier hoch.
Schlusslicht Griechenland
Von zehn möglichen Indexpunkten erreicht Norwegen den Höchstwert von 9,4. Dahinter folgen Schweden (8,4) und Dänemark (8,1). Deutschland erhält in der Gesamtbewertung nur 5,2 Punkte und habe Aufholbedarf, betont das Ewi. Das Institut bemängelt etwa den langsamen Smart-Meter-Rollout. Schlusslicht in Europa ist mit einem Wert von 3,8 Griechenland.
Der 31-seitige Index ist online als PDF verfügbar. Das Kölner Ewi ist eine gemeinnützige GmbH und hat sich auf Energieökonomik und Energiewirtschaftsinformatik spezialisiert. (dz)



