Der E-Automarkt nimmt weiter Fahrt auf. Voll elektrische Pkw (E-Autos) legten 2025 um mehr als 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) liegt nun die vollständige Jahresbilanz vor. Demnach kamen E-Autos auf einen Anteil von 19,1 Prozent an den Pkw-Neuzulassungen insgesamt – ein Plus von 43,2 Prozent im Vergleich zu 2024.
Zusammen mit den teil-elektrischen Pkw fahren weit mehr als die Hälfte der neu zugelassenen Pkw – zumindest anteilig – mit Strom. Denn die Hybriden steigerten sich um 19 Prozent auf einen Marktanteil von 39,5 Prozent. 10,9 Prozent davon sind Plug-in-Hybride (+ 62,3 Prozent).
Staat entgehen 39 Milliarden Euro
Diese Entwicklung zeichnete sich zum Jahresende bereits ab. Entscheidend dazu beigetragen haben dürfte die angekündigte Neuauflage der Kaufprämie für E-Autos in Höhe von mindestens 3000 bis zu 5000 Euro pro Fahrzeug. Und das wirkt sich positiv auf die lokalen Emissionen aus: So sanken die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Pkw um minus 11,7 Prozent auf 105,8 Gramm je Kilometer.
Offenbar allerdings zu einem hohen Preis. Wird eine aktuelle Analyse der Unternehmensberatung EY herangezogen, könne der Hochlauf der E-Mobilität den deutschen Staat bis 2030 mehr als 39 Milliarden Euro kosten.
Für diese Zahl hat EY einige Einnahmen und Ausgaben zusammengerechnet: die E-Autoprämie, sinkende Einnahmen aus Energiesteuern für Verbrenner sowie den im Vergleich zu Benzin oder Diesel geringeren Steuersatz auf Strom. Außerdem die niedrigere Besteuerung von elektrischen Dienstwagen und die Befreiung der E-Autos von der Kfz-Steuer.
Verbrenner lassen Steuern sprudeln
Alles zusammen führe "unterm Strich zu erheblichen Steuerausfällen", so das Fazit der Beraterinnen und Berater. "In Summe kostet der Wandel zur E-Mobilität den deutschen Staat bis 2030 39,1 Milliarden Euro." Den mit 21,5 Milliarden Euro größten Einnahmenausfall bilde die Energiesteuer (früher: Mineralölsteuer). Mehr E-Autos und weniger Verbrenner auf den Straßen bedeuten geringere Steuereinnahmen.
Statt von 2025 bis 2030 Steuern in Höhe von 29,8 Milliarden Euro einzunehmen, würden E-Autos im selben Zeitraum 8,3 Milliarden Euro bringen. "Netto ergibt dies allein bei Umsatz-, Strom- und Energiesteuern ein Defizit von 21,5 Milliarden Euro gegenüber einem Szenario ohne Elektroautos", schreibt EY.
Die angekündigte E-Autoförderung schlage mit drei Milliarden Euro zu Buche. Die Unternehmensberatung geht davon aus, dass diese den Absatz "weiter deutlich steigen" lassen werde. Plug-in-Hybride eingeschlossen prognostiziert sie bis zum Jahr 2030 eine Zunahme der E-Autos von heute 3,2 Millionen auf dann 9,4 Millionen.
Deutschland weltweit Top zwei
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht wachsende Chancen für den Industriestandort Deutschland. Für die Produktion von E-Autos war 2025 demnach ein neues Rekordjahr. Bis einschließlich November seien hierzulande 1,56 Millionen elektrische Pkw hergestellt worden – 200.000 mehr als im Gesamtjahr 2024.
Laut VDA-Präsidentin Hildegard Müller rangiert die deutsche Autoindustrie bei der E-Autoproduktion damit auf dem zweiten Platz weltweit. Sie fordert von der Politik nun weitere Verbesserungen, darunter mehr Lademöglichkeiten, einen "konsequenten" Stromnetzausbau oder günstigeren Ladestrom.



