Der Verbraucherzentrale-Bundesverband fordert einen verbraucherfreundlichen Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Der Verbraucherzentrale-Bundesverband fordert einen verbraucherfreundlichen Ausbau der Ladeinfrastruktur.

Bild: © AdobeStock/Wellnhofer Designs

Im THG-Quotenhandel herrscht weiter Verunsicherung. Das ergab eine ZfK-Blitzumfrage unter Anbietern. "Das THG-Quoten-Angebot bleibt bis auf Weiteres Bestandteil unseres 360°-Elektromobilitätsportfolios für Privatkundinnen und -kunden", teilte etwa eine Eon-Sprecherin auf Anfrage mit.

Aber: "Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass der Marktpreis für THG-Quoten volatil ist", erläuterte die Sprecherin des Essener Energiekonzerns. Die weitere Entwicklung sei aktuell kaum seriös vorherzusehen. "Wir beobachten die Marktentwicklung und passen die Höhe unserer THG-Prämie fortlaufend an die Marktbedingungen an."

Auf dem Prüfstand

Die Nürnberger N-Ergie äußerte sich gegenüber der ZfK pessimistischer: "Wir gehen kurzfristig nicht von einer Erholung der negativen Preisentwicklung bei der THG-Quote aus", sagte ein Sprecher. Ob das Unternehmen die Dienstleistung im kommenden Jahr noch anbieten wird, ist offen. Darüber sei noch keine Entscheidung getroffen worden, so der Sprecher.

Von der Enervie aus Hagen heißt es dagegen, dass der Handel auch in Zukunft aufrecht gehalten werde, auch um E-Mobilität attraktiv zu gestalten. Allerdings mahnt ein Sprecher an, die THG-Händler künftig stärker zu überprüfen, "um unlautere Methoden in Zukunft zu vermeiden". Tatsächlich kritisieren viele Branchenakteure, dass einzelne Händler gefälschte CO2-Zertifikate in Verkehr bringen und so den Marktwert drücken.

Der Biomethanhändler Landwärme etwa führt gar seine Insolvenz darauf zurück. Und macht für den Preisverfall die Bundesregierung verantwortlich. Diese sei nicht ausreichend gegen mutmaßliche Betrugsfälle beim THG-Quotenhandel vorgegangen, so der Verwurf. Immerhin können "die meisten" Landwärme-Kunden aufatmen. Ihnen stellte das Unternehmen die vertragsgemäße Belieferung in Aussicht.

Seit 2023 rückläufig

Wie der Enervie-Sprecher weiter erklärte, bleibe dies "auch bei unseren Kunden nicht unbemerkt und führt zu einer sinkenden Förderung und damit verbundenen Entwicklung der Elektromobilität". Etwa seit Anfang 2023 ist der Markt stark rückläufig. Waren Ende 2022 noch Prämien von mehreren Hundert Euro möglich, sind diese dem Vergleichsportal Check 24 zufolge auf nun 49 Euro pro PKW gesunken.

Im September räumte das Bundesumweltministerium ein, dass mit der bisherigen Methode das Geschäftsmodell der Produzenten anrechnungsfähiger Ökoenergie leidet. Dem möchte es mit einer Sofortmaßnahme entgegenwirken. Diese soll aber erst 2025 greifen. Inwiefern das ausreichen wird, bleibt abzuwarten.

Zwei der insgesamt fünf befragten Anbieter äußerten sich nicht beziehungsweise wollten den Komplex zum jetzigen Zeitpunkt nicht kommentieren. Die Blitzumfrage wurde vor der Ankündigung der Sofortmaßnahme durch das Umweltministerium am 20. September durchgeführt. (dz)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper