Drei Szenarien blicken auf das Jahr 2035 und ein Szenario bildet die Entwicklung bis in das Jahr 2040 ab. Alle Szenarien gehen von dem Ziel aus, dass die Stromerzeugung in Deutschland im Jahr 2050 nahezu klimaneutral ist.

Drei Szenarien blicken auf das Jahr 2035 und ein Szenario bildet die Entwicklung bis in das Jahr 2040 ab. Alle Szenarien gehen von dem Ziel aus, dass die Stromerzeugung in Deutschland im Jahr 2050 nahezu klimaneutral ist.

Bild: © Patrick Daxenbichler/AdobeStock

Die Dena schlägt die Einführung eines Systementwicklungsplans vor, der den Netzentwicklungsplänen Strom und Gas vorangestellt ist. Die Methodik eines solchen Systementwicklungsplanes konnte in Zusammenarbeit mit dem vom Bundeswirtschaftsmnisterium geförderten Forschungsprojekt der Langfristszenarien 3 und dem Stakeholderdialog der Dena-Netzstudie III nun erstmals getestet werden, wie die Agentur mitteilte.

Eine enge Abstimmung zwischen den Infrastrukturen für Strom, Gas und Wasserstoff und auf lokaler Ebene für Wärme sei zentral für eine bedarfsgerechte und effiziente Netzentwicklung. Der Diskussionsprozess mit Unternehmen, Verbänden und Politik im Rahmen der Dena-Netzstudie III habe das Potenzial eines Systementwicklungsplans und den großen Mehrwert der Einbeziehung der verschiedenen Stakeholderperspektiven für die integrierte Infrastrukturplanung deutlich gemacht.

Systementwicklungsplan im EnWG festschreiben

"Ein Systementwicklungsplan als Grundlage der Szenariorahmen der Netzentwicklungspläne sollte deshalb im Rahmen des geplanten Klimaschutz-Sofortprogramms der kommenden Bundesregierung im Energiewirtschaftsgesetz festgeschrieben werden," sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Dena.

VKU und BDEW begrüßen diese Herangehensweise. Der Zwischenbericht der Dena zeige bereits erste allgemeine Prämissen auf, die in der künftigen Netzplanung berücksichtigt werden sollten. Das gelte beispielsweise für die starke Zunahme von Wärmepumpen, die an die örtlichen Stromnetze angeschlossen werden müssen. Hier stehen insbesondere ländliche Bereiche und Neubauten im Fokus.

BDEW-VKU: Wertvolle Orientierung – doch keine allgemeine Planungsprämisse

"Diese Prämissen können eine wertvolle Orientierung für die künftige Netzplanung sein. Klar ist aus Sicht von BDEW und VKU aber auch: Solche Prämissen können die Komplexität und Vielfalt der Anforderungen an die Energienetzinfrastruktur der Zukunft natürlich nicht in Gänze abbilden", erklärten die beiden Verbände.

Richtigerweise stelle der Dena-Zwischenbericht deshalb auch fest, dass beispielsweise die Art der Wärmebereitstellung regional stark variieren könne. Zudem werde laut dem Bericht die Bereitstellung von Wärme für Gebäude auf verschiedenen Energieträgern und zentralen sowie dezentralen Konzepten basieren. Eine allgemeine Planungsprämisse lasse sich daraus nicht ableiten. 

Kluger Mix an klimaneutralen Versorgungsoptionen

"Aus BDEW- und VKU-Sicht brauchen wir insbesondere im Wärmemarkt einen klugen Mix an klimaneutralen Versorgungsoptionen, um nicht nur kurz-, sondern auch langfristig eine optimale Wärmebedarfsdeckung erzielen zu können", so Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, und Ingbert Liebing, VKU-Hauptgeschäftsführer.

Zur Rolle von Wasserstoff im Gebäudesektor identifiziert der Zwischenbericht den Bedarf an weiteren Analysen und kurzfristig erforderlichen Richtungsentscheidungen. Für BDEW und VKU spielen Wasserstoff und andere dekarbonisierte und erneuerbare Gase nicht nur für eine in Zukunft CO2-freie Grundstoffindustrie und den klimaneutralen Schwerlastverkehr der Zukunft eine wichtige Rolle.

Wasserstoff auch Option für Nahwärme

Auch im Wärmebereich, beispielsweise in der Nahwärme, werde es nachhaltige, effiziente und zukunftsträchtige Anwendungsfälle für Wasserstoff geben. Die spezifischen Gegebenheiten vor Ort, die Klimaschutzwirkung und die Wirtschaftlichkeit würden maßgeblich dafür sein, welcher Mix an Versorgungsoptionen – vom individuellen Gebäude über das Quartier bis hin zum Stadtteil – gewählt werden. Für Transport und Verteilung von Wasserstoff sollte deswegen – überall wo dies möglich und sinnvoll ist – die bestehende Infrastruktur auf Fernleitungs- und Verteilnetzebene genutzt werden. (hcn)

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