Mainova-Vorständin Diana Rauhut (links) und NHW-Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer besuchen die Baustelle des Mieterstromprojekts in Frankfurt-Sachsenhausen.

Mainova-Vorständin Diana Rauhut (links) und NHW-Geschäftsführerin Monika Fontaine-Kretschmer besuchen die Baustelle des Mieterstromprojekts in Frankfurt-Sachsenhausen.

Bild: © NHW / Marc Strohfeldt

Viel Lob gab es bei dem Panel des Energiewende-Kongresses der Deutschen Energieagentur (Dena) am Montag in Berlin für die Vorschläge der Gaskommission, nicht nur was die Entlastungen bei den hohen Gaspreisen betrifft. So warb Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, dafür, auch weitere Vorschläge der Expertenkommission zum Energiesparen aufzugreifen.

So eine individualisierte App, über welche Verbraucher zeitnah Energieeinspar-Erfolge, wie beispielweise kürzere Duschzeiten oder eine reduzierte Raumtemperatur, nachverfolgen können. Solche zeitnahen Informationen seien entscheidend für eine verändertes Verhalten, unterstrich auch Brigitte Knopf, Generalsekretärin der Mercator-Instituts und Mitglied des Expertenrats für Klimafragen der Bundesregierung.

Zeitnah Informationen über individualisierte Energieverbräuche bereitstellen

Zeitversetzte jährliche Nebenkostenabrechnungen reichten als motivierender Energiesparanreiz nicht aus, sagte auch Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender von Vonovia. Auf Zustimmung bei dem Panel stieß der Vorschlag der Gaskommission, dass künftig verstärkt Stadtwerke und Energieversorger den Verbrauchern zeitnäher als bisher Informationen über ihre individualisierten Verbräuche bereitstellen.

Lob gab es auch für die Empfehlung der Gaskommission verstärkte Energiesparanreize für schwierig zu erreichende Zielgruppen wie Sozialhilfeempfänger zu setzen, beispielsweise über Rabatte. Müller plädierte zudem dafür, die Auktionen für die Industrie zum Gaseinsparen weiterzuentwickeln, um auch „strukturelle Einsparungen“, das heißt weg von den fossilen Energien, anzureizen.

Geywitz: Pro direkte Förderhilfen für die energetische Sanierung

Zur Entlastung von sozial schwächeren Haushalten bei den Gas- und Energiekosten sprach sich Knopf neben einer Gas- und Strompreisbremse für ergänzende Direktzahlungen aus. Für direkte Förderhilfen für die energetische Sanierung warben Ramona Popp, Vorständin der Verbraucherzentrale Bundesverband sowie Bundesbauministerin Klara Geywitz.

Auch BNetzA-Chef Müller verwies auf die dringend nötige Erhöhung der energetischen Modernisierungsrate auf jährlich drei Prozent des Gebäudebestands und erhielt hierfür auch Rückendeckung von Andreas Jung, stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag. Bundesbauministerin Geywitz ist zuversichtlich, dies schon im kommenden Jahr zu erreichen. Als Herausforderung sieht sie jedoch den „Flaschenhals in der Bauindustrie“.

Erleichterungen für mehr Mieterstrom überfällig

Für Erleichterungen beim Mieterstrom warben sowohl Müller und Popp als auch Buch. Der Vonovia-Chef wies auf massive bürokratische Hemmnisse hin, wie die Pflicht zum für die Pflicht zum Einbau eines zusätzlichen zentralen Stromzählers im Keller. Aufgrund hieraus resultierender teuer Umbauarbeiten bzw. einer Neuverkabelung, schreckten viele Gebäudeeigentümer vor Mieterstrommodellen zurück.

Jung sprach sich ebenfalls für Erleichterungen beim Mieterstrom sowie einer verstärkte Teilhabe von Bürgern an der Energiewende, für die Steuerfreiheit privater PV-Anlagen sowie eine weitere Entbürokratisierung aus.

Nötige Entbürokratisierung beim Einbau Wärmepumpen

Buch warb für einen Abbau von bürokratischen Hemmnissen beim Einbau von Wärmepumpen und plädierte für standardisierte Anforderungen der Stadtwerke und erhielt für diese Forderung Rückendeckung von Müller. Zudem mahnte Buch die Politik an, das Problem der stark gestiegenen Zinsen bei der Finanzierbarkeit von Maßnahmen stärker in den Blick zu nehmen. (hcn)

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