Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne)

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne)

Bild: © Joerg Carstensen/dpa

Der September brachte dem EEG-Konto etwas Entlastung. Anders als in den drei Vormonaten wuchs das Guthaben wieder. Vor allem ein Sondereffekt zeigte sich dafür verantwortlich, wie frischen Zahlen der Übertragungsnetzbetreiber zu entnehmen ist.

Demnach flossen mehr als 800 Millionen Euro aufgrund von Rückforderungsansprüchen und nachträglichen Korrekturen auf das Konto. In den Vormonaten bewegten sich die Beträge in diesem Bereich jeweils bei höchstens einer Million Euro. Dazu kam ein Bundeszuschuss in Höhe von 1,8 Milliarden Euro. Das war der dritthöchste Wert bislang in diesem Jahr.

 

2,6 Milliarden Euro an Ausgaben

Ohne die 800-Millionen-Finanzspritze wäre das Konto ins Minus gerutscht. Tatsächlich legte das Guthaben im September lediglich von rund 300 Millionen auf 500 Millionen Euro zu.

Der Hauptgrund dafür: Die reinen Ausgaben, vor allem Förderkosten für Wind- und Solarenergie, kletterten auf einen neuen Monatshöchstwert in diesem Jahr: auf rund 2,6 Milliarden Euro.

Enorm hohe Grünstromerzeugung

Dies lässt sich vor allem durch die enorm hohe Grünstromeinspeisung im September erklären. Nach Angaben der Fraunhofer-Plattform Energy-Charts stammten 67 Prozent der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland aus erneuerbaren Quellen. Im Vorjahresmonat waren es 61 Prozent gewesen.

Während die Solarenergie am Rekordwert des Vorjahresmonats kratzte, stellte die Windkraft mit elf Terawattstunden (TWh) mit Abstand einen neuen September-Höchstwert auf. Entsprechend purzelten auch die Strompreise im Vergleich zum September 2023 weiter nach unten: von 101 auf 78 Euro pro Megawattstunde (MWh) im Durchschnitt auf dem Day-Ahead-Markt.

Mehr als 15 Milliarden Euro Förderkosten

Generell gilt: Wenn besonders viel Grünstrom gleichzeitig eingespeist wird, fällt der Strompreis. Je niedriger der Strompreis jedoch ist, desto höher fallen in der Regel die Förderkosten aus.

Insgesamt kostete die Förderung erneuerbarer Energien im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in diesem Jahr mehr als 15 Milliarden Euro. Fast 15 Milliarden Euro wurden bislang von Bundeszuschüssen gedeckt.

Ausweitung der Direktvermarktungspflicht

Hält der Trend an, dürften die EEG-Kosten am Ende des Jahres bei rund 20 Milliarden Euro liegen. In den Wintermonaten geht vor allem die Solarstromproduktion witterungsbedingt traditionell zurück. Dies dürfte die Förderkosten im Vergleich zu den Sommermonaten senken.

Um die EEG-Kosten künftig einzudämmen, verständigte sich die Ampel-Koalition im Sommer unter anderem auf eine Ausweitung der Direktvermarktungspflicht auf kleinere Anlagen.  Ein Bündel an Maßnahmen wurde am Freitag vom Bundeswirtschaftsministerium bekanntgegeben. Diese sollen noch im Herbst in die Überarbeitung des Energiewirtschaftsgesetzes aufgenommen werden. (aba)

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