Ob er auch ein Kompensationskonto für Gasnetze für gut befindet? Noch äußerte sich Wirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) nicht zum VKU-Vorschlag.

Ob er auch ein Kompensationskonto für Gasnetze für gut befindet? Noch äußerte sich Wirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) nicht zum VKU-Vorschlag.

Bild: © Kay Nietfeld/dpa

Der Stadtwerkeverband VKU kann sich die Einrichtung eines staatlichen Ausgleichskontos vorstellen, um eine Explosion der Netzentgelte für Gaskunden zu verhindern.

Die Gasnetzbetreiber würden einen hohen Abschreibungsbedarf haben, wenn Gasnetze früher als bislang regulatorisch vorgegeben stillgelegt werden müssten, wird Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing von der Deutschen Presse-Agentur, kurz dpa, zitiert. "Deswegen macht es Sinn, diesen Übergang zu steuern und zu finanzieren."

Amortisationskonto für Wasserstoffnetze

Was genau sich der VKU unter dem staatlichen Kompensationskonto vorstellt, geht aus dem dpa-Bericht nicht hervor. Das Konto solle eine "Absicherung" sein, heißt es. Der Staat finanziere aus Steuermitteln den Hochlauf der neuen Welt, wird Liebing zitiert. "Aber die Stilllegung der alten Welt kostet auch etwas."

Tatsächlich beschloss die Ampel kürzlich, ein sogenanntes Amortisationskonto für den Hochlauf des Wasserstoff-Kernnetzes einzurichten. Mit Krediten der Förderbank KfW soll die Differenz zwischen hohen Investitionskosten und knappen Netzentgelteinnahmen in den ersten Jahren staatlich zwischenfinanziert werden.

Kosten gleichmäßiger verteilen

Wenn schließlich immer mehr Nutzer an das Netz angeschlossen sind und Netzentgelteinnahmen die Kosten für Netzaufbau und -betrieb übersteigen, soll der entstandene Fehlbetrag im Amortisationskonto ausgeglichen werden. Ein im Jahr 2055 verbleibendes Defizit soll schließlich ebenfalls weitgehend vom Staat übernommen werden. (Die ZfK berichtete.)

Auch für den Ausbau der Stromnetze will Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) eine Art Amortisationskonto nach dem Wasserstoff-Vorbild einrichten. Ziel ist es, die Kosten zeitlich zu strecken und damit gleichmäßiger zu verteilen.

"Brauchen Gasnetze für Wasserstoff"

Das Wirtschaftsministerium hatte mit einem Ideenpapier die Debatte um die Zukunft des Gasnetzes neu entfacht. Aus Sicht des Ministeriums werden Gasnetze am Ende der Transformation "aller Voraussicht nach in deutlich geringerem Umfang benötigt werden als derzeit". (Die ZfK berichtete.)

Das wies Gerald Linke, Chef des Gasverbands DVGW, entschieden zurück. "Wir brauchen die Gasnetzinfrastruktur für Wasserstoff, ansonsten gehen in Deutschland die Lichter aus", sagte er im ZfK-Interview.

"Mehr Offenheit für Wasserstoff"

Auch der VKU wünschte sich in einer eigenen Stellungnahme Mitte April "mehr Offenheit [für Wasserstoff] als Option zur Wärmeversorgung." Von einem "Kompensationskonto" war damals noch nicht die Rede. (aba)

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