Sepp Müller betreut Energiethemen im Vorstand der Unions-Bundestagsfraktion.

Sepp Müller betreut Energiethemen im Vorstand der Unions-Bundestagsfraktion.

Bild: © Lucas Maier/ZfK

Sepp Müller, stellvertretender Unions-Fraktionsvorsitzender im Bundestag, ist für markige Aussagen bekannt. Am Freitag war wieder eine dabei. "Wir wollen grüne Moleküle in den Netzen halten", sagte der CDU-Abgeordnete während der Bundestagsdebatte zum Gebäudemodernisierungsgesetz. "Vor diesem Hintergrund ist es richtig und wichtig, dass die Bundesnetzagentur in einem weiteren Prozess die Möglichkeit der Abschreibung der Gasnetze bis 2045 aufhebt."

Müller bezog sich offenbar auf die Festlegung Kanu 2.0. Diese erlaubt Gasnetzbetreibern, ihre Netze flexibler abzuschreiben. Die Kosten sollen bis 2045 so verteilt werden können, dass sie noch von möglichst vielen Kunden getragen werden können. "So wird verhindert, dass Kunden, die langsamer als andere aus der Erdgasnutzung aussteigen können, zu hohe Belastungen tragen müssen", erläutert die Bundesnetzagentur. "Ohne diese Maßnahme müssten die verbleibenden Nutzer über die Zeit immer höhere Entgelte tragen."

Gaspaket noch nicht abgeschlossen

Viele Unternehmen nutzen bereits Kanu 2.0. Die Bundesnetzagentur selbst ist für insgesamt 147 Gasnetzbetreiber zuständig. Davon hätten rund 86 Prozent die Regelung für dieses Jahr angewandt, teilte die Regulierungsbehörde im vergangenen Jahr auf ZFK-Anfrage mit. Erstmals nutzten demzufolge auch 9 von 15 Fernleitungsnetzbetreibern Kanu 2.0. Würde die Bundesnetzagentur Müllers Forderung entsprechen, müssten diese Netzbetreiber ihre Pläne ändern.

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Unter welchen Bedingungen Gasnetzbetreiber in Zukunft auch gegen den Willen ihrer Kunden Gasnetze stilllegen können, wird derzeit im Bundestag beraten. Anders als ursprünglich angestrebt wollen Union und SPD das Gaspaket erst im Herbst abschließen.

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