Von Andreas Baumer
Es ist die für Stadtwerke vielleicht spannendste Personalie im neuen SPD-Regierungsteam: Mit Sabine Poschmann wird eine frühere Managerin des Dortmunder Energieversorgers DEW21 Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. In ihr Aufgabengebiet könnten damit auch wichtige Wärmegesetze wie die kommunale Wärmeplanung und das Gebäudeenergiegesetz fallen.
Poschmann, 56, absolvierte bei den Stadtwerken Dortmund eine Ausbildung zur Industriekauffrau, ehe sie ein Betriebswirtschaftsstudium anhängte. Im Anschluss war sie bei der Stadtwerketochter DEW21 zuerst für Grundsatzfragen und Vertragsrecht verantwortlich und später als Pressesprecherin tätig. Schließlich wurde sie Regionalmanagerin im Bereich Energie- und Unternehmensstrategie.
Bundestagsabgeordnete mit Stadtwerkehintergrund
Poschmann wurde 2013 erstmals in den Bundestag gewählt. Seitdem hat sie jedes Mal den SPD-geprägten Wahlkreis Dortmund II gewonnen – in diesem Jahr mit 32 Prozent der Erststimmen. In der vergangenen Wahlperiode war Poschmann sportpolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Zudem war sie Berichterstatterin für die Themen gemeinwohlorientierte Unternehmen und Sozialunternehmen.
Dass Bundestagsabgeordnete zuvor für ein Stadtwerk oder anderes Kommunalunternehmen gearbeitet haben, hat Seltenheitswert. Bei einer Auswertung in der vergangenen Wahlperiode kam die ZfK auf fünf Abgeordnete.
Andreas Rimkus, der früher für die Stadtwerke Düsseldorf gearbeitet hatte, trat bei der letzten Bundestagswahl allerdings nicht mehr an. Muhanad Al-Halak (Abwassermeister in der Stadt Grafenau) verpasste mit der FDP den Wiedereinzug ins Parlament. Erneut gewählt wurden neben Poschmann die SPD-Politikerin Dunja Kreiser (Abwasserbetriebe Stadt Wolfenbüttel) und der CDU-Politiker Mark Helfrich (Hamburg Netz GmbH).
Kennen Sie weitere aktuelle Bundestagsabgeordnete mit kommunalwirtschaftlichem Hintergrund? Dann schreiben Sie gern unserem Autor Andreas Baumer (a-baumer@zfk.de).
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