Bis 2028 soll es auch in Deutschland einen Kapazitätsmechanismus geben. Wie genau dieser ausfallen soll, wird derzeit leidenschaftlich debattiert.

Bis 2028 soll es auch in Deutschland einen Kapazitätsmechanismus geben. Wie genau dieser ausfallen soll, wird derzeit leidenschaftlich debattiert.

Bild: © Julian Stratenschulte/dpa

Von Lucas Maier

Die Strompreise in Deutschland unterscheiden sich erheblich. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bundesland liegen 29 Prozent, wie aus einer Erhebung des Vergleichsportals Verivox hervorgeht.

Dafür hat das Portal die durchschnittlichen Strompreise je Bundesland für einen drei Personen Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden (kWh) ermittelt. Demnach zahlen Kundinnen und Kunden in Hamburg derzeit am meisten – durchschnittlich 1607 Euro. Am billigsten ist der Strom, mit 1207 Euro, in Bremen.

Drei Komponenten bilden den Strompreis 

In Berlin und dem Saarland liegt der Preis mit 1487 und 1468 Euro ähnlich hoch wie in Hamburg. Knapp vor Bremen liegen Sachsen-Anhalt und Sachsen, mit 1324 und 1327 Euro. Im Durchschnitt zahlen drei Personen Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden (kWh) in Deutschland 1409 Euro.

Der Strompreis in der Bundesrepublik setzt sich aus drei Hauptkomponenten zusammen. Knapp 32 Prozent entfallen auf Steuern, Umlagen und Abgaben. Der Löwenanteil entfällt mit rund 40 Prozent auf Vertrieb und Beschaffung. Ungefähr ein Drittel, 27 Prozent, entfallen im Durchschnitt auf die Netzentgelte. Darüber werden die Kosten für die Nutzung und Instandhaltung der Stromnetze, sowie Bereitstellung und Ablesen der Zähler finanziert.

Entgelte variieren stark 

Die Stromnetzentgelte variieren je nach Region teils stark. Darin sind sowohl die Kosten für die Übertragungsnetze als auch für die jeweiligen Verteilnetze enthalten. Im kommenden Jahr sollen die Übertragungsnetzkosten mit 6,5 Milliarden Euro bezuschusst werden. 

Die staatlich regulierten Verbeilnetzabgaben richten sich unter anderem danach, wie viele Verbrauchende in der jeweiligen Region Strom beziehen. "Für das Preisgefälle zwischen den Ländern sind vor allem die Netzentgelte verantwortlich", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. Derzeit liegt die durchschnittliche Höhe der Netzentgelte bei knapp 11 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Laut der Erhebung von Verivox entfallen bei einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden (kWh) im Durchschnitt 427 Euro auf Netzentgelte.

In Hamburg sind die Netzentgelte mit 568 Euro am höchsten. Auf Platz zwei im Verivox-Vergleich kommt, mit 467 Euro, Baden-Württemberg und das, obwohl das Bundesland lediglich die viertteuersten Strompreise aufweist. Das zweitteuerste Land, Berlin, kommt mit 443 Euro Netzentgelten auf Platz sechs. Im drittteuersten Land, das Saarland, fallen die vierthöchsten Stromnetzentgelte an. Das günstigste Strompreisland, Bremen, weist auch die niedrigsten Netzentgelte auf.

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