Die VNG-Biogastochter ist auf Wachstumskurs (Symbolbild).

Die VNG-Biogastochter ist auf Wachstumskurs (Symbolbild).

Bild: © Adobe Stock/LianeM

Von Daniel Zugehör

Zum Jahresende läuft eine wichtige Verordnung für die Gasbranche aus. Davon betroffen ist auch Biomethan, also aufbereitetes Biogas aus organischen Rohstoffen. Die vier Verbände im Hauptstadtbüro Bioenergie (HBB) pochen auf eine zügige Nachfolgeregelung und haben jetzt ein Positionspapier vorgelegt.

Darin fordern sie unter anderem weniger Hemmnisse bei der Herstellung und Einspeisung. "Erneuerbares Methan aus heimischer Produktion ist mehr als nur ein Energieträger – es ist der Schlüssel zu einem resilienten, unabhängigen und zukunftssicheren Energiesystem", sagt Sandra Rostek, Leiterin des HBB.

Biomethan könne Dunkelflauten überbrücken, Kosten senken und trage zur Versorgungssicherheit bei, so Rosteck. Zahlreiche europäische Länder investierten derzeit massiv in Biogas- und Biomethanproduktion – ein Schritt, der angesichts des wachsenden Energiebedarfs und der Klimaziele dringend notwendig sei.

Potenzial von 150 TWh

Allein in Deutschland könnten langfristig bis zu 150 Terawattstunden (TWh) erneuerbares Methan ins Gasnetz eingespeist werden. "Davon entfallen 78 TWh auf Biomethan aus der Biogasaufbereitung und 72 TWh auf synthetisches Methan aus strombasiertem Wasserstoff mit CO2", führt Rostek aus.

Option für Gasnetze

Der Vorteil von Methan liege unter anderem darin, dass es bestehende Gasspeicher nutzen könne und teure Neubauten oder Umbauten überflüssig mache. "Das große deutsche Gasnetz ist ein gewaltiger gesamtgesellschaftlicher Vermögenswert, den wir nicht leichtfertig aufgeben sollten und langfristig nutzen können."

Die ungewisse Zukunft der Gasnetze ist Gegenstand aktueller Debatten. Wichtige gesetzliche Vorgaben fehlen oder sind nicht aufeinander abgestimmt.

Politische Weichen stellen

Die Verbände fordern, Biomethan und Bio-LNG stärker in politische Strategien und Infrastrukturplanung einzubeziehen. Besonders wichtig sei eine zeitnahe Nachfolgeregelung für die Gasnetzzugangsverordnung, die am 31. Dezember ausläuft.

Gleichzeitig müsse der Wettbewerb in relevanten Absatzmärkten fair gestaltet werden: Im Verkehrssektor empfehlen sie einen fairen Wettbewerb zwischen allen Klimaschutzoptionen, im Stromsektor sollte die "grüne Eigenschaft" von Brennstoffen stärker berücksichtigt werden. Auch im Gebäude- und Fernwärmebereich müsse das Spektrum an Optionen zur erneuerbaren Wärmeversorgung breit sein.

Das Positionspapier des HBB enthält neben den politischen Empfehlungen auch technische und wirtschaftliche Ansätze zur Nutzung von Biomethan und Bio-LNG. Das 22-seitige Papier ist online als PDF verfügbar. Im Hauptstadtbüro Bioenergie sind vier Verbände zusammengeschlossen: der Bundesverband Bioenergie, der Deutsche Bauernverband, der Fachverband Biogas und der Fachverband Holzenergie.

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