Sie leiten die Arbeitsgruppe Klima und Energie (von links): Nina Scheer (SPD), Andreas Jung (CDU), Olaf Lies (SPD) und Anja Weisgerber (CSU).

Sie leiten die Arbeitsgruppe Klima und Energie (von links): Nina Scheer (SPD), Andreas Jung (CDU), Olaf Lies (SPD) und Anja Weisgerber (CSU).

Bilder: © dpa, © Tobias Koch (ganz rechts)

Von Andreas Baumer

Diesen Donnerstag starten die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD. Aus energiewirtschaftlicher Sicht dürfte dabei vor allem spannend sein, was in der Arbeitsgruppe Energie und Klima passiert. Am Mittwoch veröffentlichten CDU, CSU und SPD, welche Fachpolitiker sie in die jeweiligen Gremien schicken.

Dabei fällt auf, dass die SPD-Arbeitsgruppe Energie stark nordlastig ist. Jeweils drei Mitglieder kommen aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die einzige Ausnahme ist Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Süden und Westen sind überhaupt nicht vertreten. Dafür sitzt VKU-Präsident Ulf Kämpfer als hochrangiger SPD-Funktionär samt langer Erfahrung auf Landes- und Kommunalebene mit am Verhandlungstisch.

Der CDU ist eine stärkere regionale Durchmischung gelungen. Angeführt wird die Arbeitsgruppe von Parteivize Andreas Jung, der auch ein Kandidat für einen Ministerposten sein könnte. Sein möglicher Konkurrent Jens Spahn leitet die Arbeitsgruppe Wirtschaft, Industrie und Tourismus. Die CSU wiederum schickt neben zwei Fachpolitikern ihren Generalsekretär in die Arbeitsgruppe Klima und Energie.

Hier die Mitglieder der Arbeitsgruppe Klima und Energie im Überblick:

CDU (6 Mitglieder)

Andreas Jung, 49, Baden-Württemberg: Der stellvertretende CDU-Parteivorsitzende gilt als einer der profiliertesten Energiepolitiker in seiner Partei. Er wird zum progressiven Flügel gezählt. Jung kam 2005, im selben Jahr wie der damalige Fraktionskollege und jetzige VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing, erstmals in den Bundestag. Er sprach zuletzt bei der VKU-Verbandstagung.

Thomas Gebhart, 53, Rheinland-Pfalz: Der Südpfälzer ist bislang Obmann seiner Fraktion im Energieausschuss des Bundestags. Er ist seit 2009 Mitglied des Bundestags. Zuvor war der studierte Politkwissenschaftler und Betriebswirt unter anderem beim Chemiekonzern BASF tätig.

Jan Heinisch, 48, Nordrhein-Westfalen: Der promovierte Jurist ist derzeit Vize-Fraktionschef im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Im bevölkerungsreichsten Land der Bundesrepublik regiert die CDU mit den Grünen und zeichnet sich durch eine progressive Energie- und Klimapolitik aus.

Mark Helfrich, 46, Schleswig-Holstein: Der Diplom-Kaufmann arbeitete in der Vergangenheit unter anderem für Hamburg Netz. Er kennt die Energie- und Kommunalwirtschaft gut. Helfrich sitzt seit 2013 im Bundestag und war zuletzt Fachsprecher seiner Fraktion für Energiepolitik.

Tilman Kuban, 37, Niedersachsen: Der studierte Jurist erlangte als Vorsitzender der Jungen Union bundespolitische Aufmerksamkeit. Im Bundestag sitzt er seit 2021. Er war unter anderem Mitglied im Wirtschaftsausschuss.

Lars Rohwer, 53, Sachsen: Der gelernte Bankkaufmann sitzt seit 2021 im Bundestag. Im sächsischen Landtag war er zuvor bereits Sprecher für Energiepolitik war. Zuletzt kümmerte er sich unter anderem um die Themen Bildung und Wohnen.

CSU (3 Mitglieder)

Anja Weisgerber, 49, Bayern: Die studierte Juristin sitzt seit 2013 im Bundestag. Sie war zuletzt Mitglied im Umweltausschuss und stellvertretendes Mitglied im Energieausschuss.

Andreas Lenz, 43, Bayern: Der Diplom-Volkswirt sitzt ebenfalls seit 2013 im Bundestag. Er war zuletzt Mitglied im Energieausschuss und gern gesehener Gast bei Branchenveranstaltungen.

Martin Huber, 47, Bayern: Der CSU-Generalsekretär studierte Politische Wissenschaft und ist seit 2013 Mitglied des bayerischen Landtags.

SPD (7 Mitglieder)

Olaf Lies, 57, Niedersachsen: Der gebürtige Wilhelmshavener gilt als einer der einflussreichsten Energiepolitiker des Landes. Er war bereits Energieminister Niedersachsens. Aktuell ist er dort Wirtschaftsminister. Lies ist in der Energiebranche hervorragend vernetzt und Vorsitzender des Beirats der Bundesnetzagentur.

Nina Scheer, 53, Schleswig-Holstein: Als energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion war Scheer bereits zu Ampelzeiten sehr einflussreich. Sie gilt als grüne Sozialdemokratin, die für eine zügige Energiewende wirbt. Unter anderem war sie von 2007 bis 2013 Geschäftsführerin des Verbands Unternehmensgrün. Im Bundestag sitzt sie seit 2013.

Jakob Blankenburg, 27, Niedersachsen: Der studierte Politikwissenschaftler sitzt seit 2021 im Bundestag. Er war zuletzt Mitglied im Umweltausschuss, Berichterstatter seiner Fraktion für Atompolitik und verantwortlich für das Thema Nachhaltigkeit.

Delara Burkhardt, 32, Schleswig-Holstein: Die studierte Sozialökonomin sitzt seit 2019 im Europäischen Parlament. Dort ist sie derzeit Mitglied im Umweltausschuss.

Ulf Kämpfer, 52, Schleswig-Holstein: Der studierte Jurist war bereits Staatssekretär im von Robert Habeck geführten Energiewendeministerium Schleswig-Holsteins. Seit 2014 ist er Oberbürgermeister von Kiel. Seit 2022 bekleidet er zudem das Amt des VKU-Präsidenten.

Johann Saathoff, 57, Niedersachsen: Der Diplom-Volkswirt sitzt seit 2013 im Bundestag. Aktuell ist er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium. Zuvor kümmerte er sich allerdings um Energiepolitik.

Dietmar Woidke, 63, Brandenburg: Der Ministerpräsident Brandenburgs ist ein Veteran bei Koalitionsverhandlungen. Sein Bundesland steht nicht nur historisch für die Braunkohle, sondern auch für den rasanten Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere der Windkraft.

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