Windkraftanlage des Herstellers Nordex in Deutschland.

Windkraftanlage des Herstellers Nordex in Deutschland.

Bild: © Nordex

In der Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land wurden im Februar deutlich weniger Angebote abgegeben als möglich. Insgesamt waren 3210 MW augeschrieben. Eingereicht wurden 126 Gebote mit einer Gebotsmenge von rund 1502 MW, wie die Bundesnetzagentur mitteilt.

Die Regulierungsbehörde hat zudem sieben Gebote wegen Formfehlern vom Verfahren ausgeschlossen. Daher erhielten 119 eingereichte Gebote einen Zuschlag. Damit wurde nur knapp die Hälfte der Menge gezeichnet.

"Die Anhebung der Höchstwerte war wichtig. Es muss aber weiter an der Ausweitung der Eignungs- und Vorrangflächen und der Beschleunigung der Genehmigungen gearbeitet werden, um den dringend notwendigen Zubau zu erreichen", sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.

Gebotswerte knapp beieinander

Die Gesamtausschreibungsmenge liegt im Jahr 2023 nach dem EEG mit 12.840 MW um mehr als das doppelte höher als im Jahr 2022 (5332 MW). 2023 sieht das Gesetz vier Ausschreibungen von je 3210 MW vor, 2022 waren es vier Ausschreibungen von je 1333 MW.

Im Februar lagen die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote nun zwischen 7,24 ct/kWh und dem zulässigen Höchstwert von 7,35 ct/kWh. Dies ist ein knapper Korridor. Mit 7,34 ct/kWh liegt der durchschnittliche, mengengewichtete Gebotswert außerdem nur ganz leicht unter dem neu festgelegten Höchstwert, wie ihn die Bundesnetzagentur zuvor bekanntgegeben hatte.

Verzögerte Projekte aus 2022

Bei der regionalen Verteilung der Zuschlagsmengen gab es Ähnlichkeiten zu vorherigen Ausschreibungen. So entfielen die größten Zuschlags-Volumina auf Gebote für Standorte in Nordrhein-Westfalen (40 Zuschläge, 387 MW Zuschlagsmenge) und Niedersachsen (16 Zuschläge, 354 MW Zuschlagsmenge).

2022 hatten viele Projekte wegen lieferkettenbedingter Verzögerungen bei der Projektrealisierung und der starke Anstieg der Stromgestehungskosten auf eine Teilnahme verzichtet. Die Bundesnetzagentur hat daher das Ausschreibungsvolumen für 2023 nicht verringert, um Raum für diese Projekte zu erhalten.

Solar nur leicht unterzeichnet

Im Gegensatz zu der Onshore-Ausschreibung war die Runde für Solaranlagen auf Gebäuden und Lärmschutzwänden (Solarausschreibung des zweiten Segments) zum 1. Februar 2023 nur ganz leicht unterzeichnet. Das Ausschreibungsvolumen belief sich in dieser Runde auf 217 MW. Es wurden 94 Gebote mit einem Volumen von 213 MW eingereicht, wie die Bundesnetzagentur mitteilt.

87 Gebote mit einem Volumen von 195 MW konnten demnach bezuschlagt werden. Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte liegen zwischen 9,00 ct/kWh und dem Höchstwert in dieser Runde von 11,25 ct/kWh. Der mengengewichtete Durchschnittswert liegt bei 10,87 ct/kWh.

Projekte in 13 Bundesländern

Regional verteilten sich die Zuschläge ausgewogen: Projekten in 13 Bundesländern konnten Zuschläge erteilt werden. Die meisten Zuschläge gingen an Projekte in Nordrhein-Westfalen (16 Zuschläge/ 36 MW Zuschlagsmenge), gefolgt von Brandenburg (11 Zuschläge/ 20 MW Zuschlagsmenge), Baden-Württemberg (9 Zuschläge/ 19 MW Zuschlagsmenge), Bayern (8 Zuschläge/ 19 MW) und Niedersachen (8 Zuschläge / 15 MW Zuschlagsmenge). 

Es mussten sieben Gebote aufgrund von Formfehlern vom Verfahren ausgeschlossen werden. (jk)

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