Der Wuppertaler Kämmerer Johannes Slawig fordert, dass auch Stadtwerke Zugang zum geplanten Schutzschild der Bundesregierung bekommen müssten.
Schließlich seien diese so stark wie wenig andere von den Folgen des Ukrainekriegs betroffen, wie der örtliche Radiosender "Radio Wuppertal" berichtet. Ein Sprecher der Stadt bestätigte der ZfK die Richtigkeit der Aussagen.
Nahverkehr und Energiesparte stark betroffen
Demnach leide die Nahverkehrssparte der Wuppertaler Stadtwerke (WSW), weil der Sprit für die Busse sehr teuer geworden sei. Zudem sei die Energiesparte betroffen, da sie Gas nur noch zu sehr hohen Preisen einkaufen könne. "Deswegen müssen Unternehmen wie die WSW auch unter den Schutzschild er Bundesregierung", wird Slawig zitiert.
Anfang April hatte die Bundesregierung ein umfassendes Hilfspaket für deutsche Unternehmen vorgestellt, das auch Energieversorger umfasste. Das Paket sieht unter anderem ein Kreditprogramm über die staatliche Förderbank KfW sowie Energiekostenzuschüsse für Firmen vor. (Die ZfK berichtete.)
Liebing: Stadtwerke auch "systemrelevant"
Schon damals mahnte VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing an, auch Stadtwerke ohne Hürden teilhaben zu lassen. "In der Summe sind sie ebenfalls systemrelevant", kommentierte er.
Im Energiesektor ist das Paket vor allem für große Vorlieferanten gedacht, die durch anhaltend hohe Großhandelspreise und damit verbundene hohe Sicherheitsleistungen, sogenannte Margin Calls, schnell in finanzielle Engpässe geraten könnten. Zuvor hatten bereits Gashändler von Uniper bis VNG KfW-Kredite in Milliardenhöhe als Liquiditätsstütze für künftige Unwägbarkeiten erhalten.
Corona-Krise trifft WSW hart
Die Wuppertaler Stadtwerke sind vom Nahverkehr über Energie und Wasser bis hin zum Parken in vielen Geschäftsfeldern tätig.
Hart traf das kommunale Unternehmen bereits die Corona-Krise. Ein Sparprogramm und der ÖNPV-Rettungsschirm von Bund und Land brachten den Stadtwerken im Geschäftsjahr 2020 allerdings noch einen Gewinn von 5,1 Mio. Euro. Zahlen zum vergangenen Geschäftsjahr lagen bislang noch nicht vor. (aba)



