Brandenburg liegt im Bundesländer-Ranking zur Energiewende auf Platz eins. (Archivbild)

Brandenburg liegt im Bundesländer-Ranking zur Energiewende auf Platz eins. (Archivbild)

Bild: © Lucas Maier 

Von Lucas Maier 

Bis zum Jahr 2045 will Deutschland klimaneutral sein. Eine der zentralen Stellschrauben für das Gelingen dieses Projekts ist der Zubau erneuerbarer Energien. Flankiert wird die sogenannte Energiewende von weiteren Schlüsselbereichen, wie der Wärmeversorgung. Eng damit zusammen hängt der Sanierungsstand der Gebäude im Land.

Seit Jahren konstatiert der Expertenrat für Klimafragen dem Gebäudesektor immer wieder ein Verfehlen der Emissionsziele, die für das Zieljahr 2030 festgelegt wurden. Sollte Deutschland die Ziele verfehlen, drohen hohe Strafzahlungen in Form von Emissionszertifikaten. Der WWF hat die verschiedene Schlüsselbereiche der Energie-Transformation unter die Lupe genommen. In einer aktuellen Studie wird nach Bundesländern aufgeschlüsselt, wie der Stand bei den erneuerbaren Energien und bei den Gebäudesanierungen ist. Ein Überblick:

Bundesländer-Ranking zur Energiewende   

Neben den oben genannten Bereichen haben sich die Experten des WWF auch den Bereichen "Flächenverbrauch und Naturschutz" und "Verkehr und Mobilität" gewidmet. Im Gesamtranking steht Brandenburg auf Platz eins, vor Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Auf den unteren Rängen findet sich das Saarland vor Hessen und vor Schlusslicht Hamburg.

Dabei fällt keines der 16 Bundesländer in den grünen Bereich, der sich zwischen eins und drei von 16 bewegt. Aber selbst Schlusslicht Hamburg landet nicht in der schlechtesten, der roten Bewertungskategorie. Den ersten drei Plätzen plus Bayern und Niedersachsen konstatiert der WWF ein "Die Richtung stimmt. Jetzt nicht lockerlassen!", während der Rest als "Zu langsam. Nicht hinten abfallen!" als Bewertung bekommt. Aber wie schneiden die einzelnen Länder in den Bereichen Gebäude und erneuerbare Energien ab?

Hier finden Sie die Auswertung in Grafiken. 

Bereich Gebäude: Gesamtspitzenreiter macht das Rennen  

Die Zusagen für Anträge auf Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 200 Prozent gestiegen. Aus dem Topf werden unter anderem Wärmepumpen bezuschusst und bei der Sanierung von Gebäudehüllen unterstützt. Der Gesamtsieger im WWF Energiewende-Ranking, Brandenburg, kommt auch im Gebäude- und Wärmebereich auf Platz eins. In diesem Bereich ist es das einzige Land, dass mit allen drei Unterkategorien im grünen Bereich liegt und bekommt damit vom WWF die Bewertung: "Auf dem richtigen Weg. Weiter so!" 

In dem ostdeutschen Bundesland sind lediglich 23 Prozent der Gebäude unsaniert, weniger als in jedem anderen Bundesland. Beim Anteil der Wärmepumpen kommt Brandenburg auf Platz zwei. Rund 7,2 Prozent der Zentralheizungen sind mit der klimaneutralen Heizmethode ausgestattet.

Bayern hat die höchste Wärmepumpendichte

Davor liegt lediglich Bayern, dort sind es rund 7,5 Prozent. Der Freistaat kommt in dem Gesamtbereich auf Platz vier. Da rund 37 Prozent der Gebäude in Bayern unsaniert sind, belegt das Land lediglich Platz zehn in der Sanierungsauswertung. Platz zwei teilen sich Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wobei die Stärken der Länder unterschiedlich sind. Sachsen-Anhalt liegt beispielsweise beim Jahres Wärmebedarf pro Quadratmeter mit 118 Kilowattstunden auf Platz zwei, während es Mecklenburg-Vorpommern lediglich auf Platz fünf schafft. Auf Platz eins liegt hier Berlin mit 107 Kilowattstunden. Mecklenburg-Vorpommern steht hingegen beim Anteil der Wärmepumpen mit 5,37 Prozent besser da als der direkte Kontrahent. Beim Anteil der sanierten Gebäude liegen beide fast gleichauf.

Die meisten unsanierten Gebäude finden sich mit rund 46 Prozent in Hamburg. Die Hansestadt belegt in der Gebäude-Kategorie, wie auch in der Gesamtbewertung, den letzten Platz. Der Wärmebedarf ist nur im Saarland höher und beim Wärmepumpenausbau kommt die Stadt an der Elbe lediglich auf Platz 13. Die beiden Schlusslichter sind die einzigen beiden Länder, die in die mit mehr als einer Kategorie in die rote Bewertungsebene des WWF rutschen.

Gesamtsieger enttäuscht im Bereich der erneuerbaren Energien

Während es Schleswig-Holstein im Gesamtranking auf Platz zwei schafft, kann das nördlichste Bundesland im Ranking der erneuerbaren Energien am Sieger Brandenburg vorbeiziehen. Mit einem Zubau von 5,8 Gigawatt netto an erneuerbarer Leistung liegt das Nordlicht gut 0,5 Gigawatt vor Brandenburg. Mit rund 88 Prozent Erneuerbaren-Anteil an der Bruttostromerzeugung liegt Schleswig-Holstein rund sechs Prozent vor dem Zweitplatzierten Mecklenburg-Vorpommern. Dafür liegt das neue Bundesland mit einem erneuerbaren Anteil von fast 50 Prozent beim Primärenergieverbrauch auf Platz eins. Beide erhalten in der Kategorie erneuerbare Energien als einzige Länder eine grüne Komplettbewertung. Der Drittplatzierte Niedersachsen liegt mit einem Zubau von 2,4 Gigawatt erneuerbarer Leistung bereits weit in der zweiten von vier Bewertungskategorien. Bei den beiden Erneuerbaren-Anteilen liegt das Land noch gerade so im grünen Bereich der WWF-Bewertung.

Das Schlusslicht in der Kategorie macht Berlin. Bei allen drei Kategorien liegt der Stadtstaat als einziges Bundesland im roten Bereich. Beim Anteil der erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung liegt das Land mit rund 5,3 Prozent auf dem letzten Platz, ebenso beim Zubau. Beim Anteil am Primärverbrauch liegt nur Hamburg mit 5,9 Prozent um 0,1 Prozent niedriger als Berlin.

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