Weniger Wind- und Solaroutput trugen in den vergangenen Tagen ebenso dazu bei, dass die Preise am Strommarkt stiegen.

Weniger Wind- und Solaroutput trugen in den vergangenen Tagen ebenso dazu bei, dass die Preise am Strommarkt stiegen.

Bild: © Patrick Pleul/dpa

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) warnt vor der Einführung von Differenzverträgen, sogenannten Contracts for Difference (CfD), wie sie die EU-Kommission bei der Reform des europäischen Strommarkts in die Diskussion gebracht hat. "Unser zukünftiges Energiesystem muss auf solide Füße gestellt werden", sagte Simone Peter, Präsidentin des BEE.

"Dafür ist das planwirtschaftliche Modell der CfD nicht geeignet. Wir brauchen Preis- und Marktsignale, um den Strommarkt auszugleichen und daher ein Marktdesign, das Flexibilitäten anregt. Zudem ist eine mengen- statt eine zeitbasierte finanzielle Absicherung des Zubaus von Erneuerbaren Energien zu schaffen."

Erneurbare haben zentrale Rolle

CfD könnten unter bestimmten Voraussetzungen einen beginnenden Markthochlauf von Technologien unterstützen, so die BEE-Präsidentin weiter. Allerdings könnten erneuerbare Energien bereits heute die zentrale Rolle im Strommarkt übernehmen. "Das bestehende System passt nicht mehr, weil es um weit mehr als nur den Strommarkt geht."

Das Problem: Differenzverträge würden Preissignale kappen. "Dabei besteht die Gefahr, dass bei Geboten mögliche Risiken eingepreist werden, so dass die Umsetzung der Energiewende insgesamt teurer wird", warnte Peter weiter. "Das ist offensichtlich kein geeignetes Modell, um den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu beschleunigen und die für einen stabilen Markt erforderlichen Flexibilitäten durch einen Hochlauf zu schaffen."

Preise als Anreiz

Die Verbandsvertreterin argumentierte, dass Preissignale erforderliche Investitionen aus dem Markt heraus anreizten. Das könnten CfDs dagegen nicht. "Die flexiblen Kraftwerke wie Grüne Kraft-Wärme-Kopplung-, Wasserkraft- und Bioenergieanlagen, Speicher und Sektorenkopplungstechnologien wie Grüner Wasserstoff sind Preissignale entscheidend, damit sie in Zeiten hoher Bedarfe ihre Leistung fokussiert bereitstellen."

Auch für akzeptanzschaffende Maßnahmen wie Grünstromprodukte oder Bürgerenergie beziehungsweise die energiewirtschaftlich wichtigen Langfristmärkte seien CfD ein Problem. Das künftige Strommarktdesign müsse die gesamte Energiewirtschaft in den Blick nehmen. "Das bedeutet nicht, ein starres System durch ein anderes starres System zu ersetzen, sondern eine flexible Mengenförderung zu organisieren und dringend benötigte Flexibilitäten anzuregen."

CfDs für Offshore-Parks

Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hatte die Einführung von Differenzverträgen geprüft. So wurden diese für Offshore-Parks auf voruntersuchten Flächen mit 20 Jahren Laufzeit diskutiert. (Die ZfK berichtete). Letztlich sind CfDs jedoch nicht in die zweite Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG) eingegangen. (jk)

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