Rund 20 Prozent der weltweiten Flüssiggastransporte werden durch die aktuell vom Iran gesperrte Meerenge, Straße von Hormus, verschifft (Symbolbild).

Rund 20 Prozent der weltweiten Flüssiggastransporte werden durch die aktuell vom Iran gesperrte Meerenge, Straße von Hormus, verschifft (Symbolbild).

Bild: © Stefan Sauer/dpa

Erste Hoffnungsschimmer auf eine Entspannung und eine diplomatische Lösung im Iran-Krieg haben auch den massiven Anstieg der Großhandelspreise für Erdgas vorerst gestoppt. An der Börse in Amsterdam fiel der Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat bis zum Mittag um etwa zehn Prozent, auf 48,74 Euro je Megawattstunde (MWh). Auch die Rohölpreise gingen leicht zurück. Die Sorte Brent zog im Laufe des frühen Morgens weiter an, auf zeitweilig über 84 Dollar pro Barrel, sank im Verlauf des Vormittags aber zeitweilig wieder unter 81 Dollar. An vielen Zapfsäulen in Deutschland kletterte der Dieselpreis dennoch über zwei Euro. Laut einem Bericht der New York Times, soll der Iran, Bereitschaft für Verhandlungen über ein Ende der militärischen Auseinandersetzung signalisiert haben.

Im späten Dienstagshandel hatte bereits die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump für eine leichte Normalisierung der zuvor stark gestiegenen Gaspreise gesorgt. Demnach wird die US-Marine Tankschiffe bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus – falls erforderlich – eskortieren. Diese hat der Iran seit dem Wochenende gesperrt. 

Koalition in Berlin setzt Energie-Taskforce ein

Trotz dieser ersten zarten Hoffnung auf eine mögliche Normalisierung der Lage haben die Koalitionsfraktionen im Bundestag eine Taskforce eingesetzt. Diese soll die steigenden Preise für Sprit und Energie infolge des Iran-Krieges verstärkt in den Blick nehmen. Ziel der Taskforce solle sein, im engen Austausch mit der Regierung die Entwicklung zu analysieren und Handlungsmöglichkeiten zu prüfen.

Die Federführung für die Arbeitsgruppe soll bei den für Wirtschaft und Energie zuständigen Fraktionsvizes Sepp Müller (CDU) und Armand Zorn (SPD) liegen, wie es weiter hieß. 

EU sieht Öl- und Gasversorgung nicht in Gefahr

Die Europäische Kommission hatte bereits am Vortag ein ähnliches Gremium für den Krisenfall berufen. Wie die Bundesnetzagentur am Vortag bereits bekräftigt hatte, sieht auch Brüssel infolge des Iran-Kriegs die Versorgung mit Öl und Gas nicht unmittelbar gefährdet. Bezüglich der Gasversorgung bestehe derzeit keine Sorge vor einem Engpass, äußerte sich die Behörde einer EU-Beamtin zufolge beim Treffen einer Expertengruppe. Allerdings werde die Lage engmaschig bewertet.

Die Speicherstände in der Staatengemeinschaft seien stabil bei rund 30 Prozent, in den vergangenen Tagen seien keine größeren Entnahmen verzeichnet worden. Der Füllstand der deutschen Gasspeicher lag gestern nahezu unverändert bei im Schnitt rund 20,9 Prozent.

Durch die Meerenge am Persischen Golf werden rund 20 Prozent der weltweiten Flüssiggas- und Rohöltransporte verschifft. Für den Fall einer lang anhaltenden Sperrung der Straße von Hormus hatten Handelsexperten Gaspreise über 100 Euro pro Megawattstunde nicht ausgeschlossen.

Das Preisniveau für Gas und Rohöl liegt aber weiterhin massiv über den Werten von Ende der vergangenen Woche. In den ersten Handelstagen dieser Woche hatte der Iran-Krieg den Preis für europäisches Erdgas stark nach oben getrieben. Am Dienstag stieg er auf den höchsten Stand seit gut drei Jahren wegen eines fortgesetzten Lieferstopps von Flüssiggas aus dem wichtigen Förderland Katar.  Zeitweise hatte sich der Gaspreis seit dem Beginn des Iran-Kriegs am Wochenende mehr als verdoppelt.

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