Mehr Flexibilisierung könnte die zahlreichen Herausforderungen im künftigen Energiesystem lösen, wie eine aktuelle Studie aufzeigt. (Symbolbild)

Mehr Flexibilisierung könnte die zahlreichen Herausforderungen im künftigen Energiesystem lösen, wie eine aktuelle Studie aufzeigt. (Symbolbild)

Bild: © yaly/AdobeStock (KI-generiert)

Die in Deutschland verfügbare Batteriespeicherkapazität könnte bis zum Jahr 2030 auf 57 GWh steigen – das wäre 40 Mal mehr als aktuell. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie von Frontier Economics im Auftrag mehrerer Hersteller. Bis zum Jahr 2050 sind demnach sogar 271 GWh Kapazität möglich. Auftraggeber der Studie sind die Hersteller Baywa r.e. und Eco Stor, Fluence und Kyon Energy sowie das Handels-Start-up Enspired.

Kostendegression wie bei PV

Als wesentliche Treiber sieht die Wirtschaftsberatungsgesellschaft eine wachsende Flexibilitätsnachfrage und fallende Kosten für Speicher. Die Beraterinnen und Berater rechnen damit, dass sich Speicher sowohl bei der Kostendegression als auch der Zubaurate ähnlich dynamisch entwickeln werden wie Photovoltaikanlagen.

12 Milliarden Euro Ersparnis

Auch aus volkswirtschaftlicher Sicht böten diese Kapazitäten durch die zeitliche Verschiebung von Stromüberschüssen Vorteile. Im Vergleich zu einem System, das überwiegend Gaskraftwerke nutzt, können laut Frontier Economics bis 2050 Kosten von etwa 12 Milliarden Euro vermieden werden – insbesondere durch eingesparte Brennstoff- und CO2-Kosten.

"Ein Verzicht auf diese flexibel einsetzbare Technologie führt zu höheren Gasimporten und mehr Abregelung erneuerbarer Energien in Deutschland und damit zu höheren volkswirtschaftlichen Kosten", erklärte Christoph Gatzen, Direktor bei Frontier Economics.

Ganz ohne neue Gaskraftwerke wird es zwar auch mit vielen Batteriespeichern nicht gehen, räumen die Autoren und Autorinnen ein. Jedoch reduzierten diese den Investitionsdruck bei Gaskraftwerken.

Frontier-Economics-Direktor Gatzen gibt außerdem zu bedenken, dass Stromnachfrage und Spitzenlast in Deutschland "deutlich" ansteigen werden. "Wir werden daher neue Großbatteriespeicher und Kraftwerke in Ergänzung zum Ausbau der erneuerbaren Energien für unsere Versorgung dringend benötigen.”

Noch fehlen die Rahmenbedingungen

Um aber Speicherkapazitäten in dem Umfang anzureizen und an das Netz zu bekommen, muss die Politik erst ein paar Hebel umlegen, sind die Auftraggeber überzeugt. Unter anderem sehen sie bürokratische Hemmnisse und regulatorische Barrieren, beispielsweise bei den Genehmigungsverfahren.

Auch fehlt es ihnen an ausreichender Investitionssicherheit beim Bau großer Batteriespeicher. In der aktuellen ZfK-Ausgabe fordert Julian Gerstner, Head of Storage EMEA bei Baywa r. e., etwa, diese endgültig von den Netzentgelten zu befreien. (dz)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper