Badenova-Vorstand Hans-Martin Hellebrand.

Badenova-Vorstand Hans-Martin Hellebrand.

Bild: © Badenova

Dieter Balasch ist Vertriebschef der Badenova.Bild: © Badenova

Eine digitale Bestellstrecke, ein großes Handwerkernetzwerk und eine Partnerschaft mit Viessmann: Mit der Plattform "Energiewende@home" ist die Badenova zum Komplettanbieter im Bereich der Energiedienstleistungen geworden. Ein langfristig über eine EDL gebundener Kunde ist werthaltiger als ein traditioneller Strom- und Gaskunde, sagt Badenova-Vorstand Hans-Martin Hellebrand in der aktuellen Printausgabe der ZfK.

Im Interview sprechen er und Badenova-Vertriebschef Dieter Balasch über Erfolgsfaktoren bei der Kooperation mit Handwerkern und über die Wettbewerbsfähigkeit des neuen Angebots mit Blick auf Konkurrenten wie Enpal oder 1KommaGrad.

"Energiewende ist Teamsport." (Badenova-Vorstand Hans-Martin Hellebrand)

Herr Hellebrand, Badenova hat für die neue Plattform Energiewende@home ein großes regionales Handwerkernetzwerk aufgebaut und hatte dabei auch einige Vorbehalte und Widerstände zu überwinden. Wie ist Ihnen das gelungen und was war dabei letztlich erfolgsentscheidend? Wie groß ist dieses Netzwerk mittlerweile?
Hellebrand: Energiewende ist Teamsport. Und um die Energiewende zu meistern und zu gestalten, braucht es Partner. Daher sind wir schon vor zwei Jahren aktiv auf das regionale Handwerk zugegangen, haben Informations- und Austauschrunden organisiert. Gemeinsam wurde dann ein Konzept entwickelt, wie wir die Energiewende in unserer Region voranbringen können. Dabei war uns Austausch auf Augenhöhe, Kooperation, Partnerschaftlichkeit und stärkenorientiertes Vorgehen extrem wichtig. 


Wenn wir uns die entwickelte Lösung anschauen, dann sind im gesamten Ablauf die Rollen und Aufgaben nach Fähigkeiten besetzt. Nur so kann am Ende ein optimales Produkt für unsere Kundinnen und Kunden angeboten und realisiert werden. Mittlerweile haben wir mit rund 100 Partnerunternehmen das größte Handwerkernetzwerk in Südbaden aufgebaut. Nur durch solche innovativen Konzepte für Privathaushalte als wichtige Säule neben all den infrastrukturellen Großprojekten können die ambitionierten bundesweiten Klimaziele erreicht werden.

(Dieter Balasch, Vertriebschef von Badenova)

Eine Säule des neuen Angebots ist ja auch eine Kooperation mit dem Klimatechnikspezialisten Viessmann, die über die reine Verfügbarkeit von Hardware hinausgeht. Es geht darum, dass man Wärmepumpen- oder Heizungsmodelle prototypisieren und für die Wärmewende nach vorne denken will. Was bedeutet das konkret, welche Rolle nimmt dabei Badenova ein?
Als regionaler Energieversorger genießen wir ein hohes Vertrauen bei unseren Kunden. Daher steht bei unserer Partnerschaft mit Viessmann und anderen Herstellern wie beispielsweise Buderus vor allem unsere Kundennähe und unsere Kundenbindung im Vordergrund.

Wir sind erster Ansprechpartner für den Kunden, finden mit ihm die optimale Lösung für seine persönliche Energiewende daheim und entwickeln gemeinsam mit den Herstellern und unseren Kunden das Produktangebot weiter.

Herr Balasch, Badenova hat gemeinsam mit Viessmann eine Übergangslösung entwickelt für Kunden, die erste in einigen Jahren an eine Wärmenetz angeschlossen werden, deren Heizung aber aktuell nicht mehr funktioniert. Oft hören wir, dass sei eigentlich kein Businesscase für Energieversorger aufgrund der Modellvielfalt und man wolle das lieber dem Handwerk überlassen. Wie groß ist der Bedarf in Ihrem Marktgebiet und wie wird dieses Produkt nachgefragt?
Dieter Balasch: Wir sind vor kurzem mit unserem Produkt gestartet und mit dem steigenden Ausbau unserer Wärmenetze wird der Bedarf wachsen. Heute wissen viele unserer Kunden noch nicht, dass wir ein solches Produkt anbieten. Daher wird unser Produktangebot Hand in Hand mit dem Ausbau unserer Wärmenetze angeboten, weiterentwickelt und auf die Bedürfnisse unserer Wärmekunden angepasst werden.

Im Bereich der Energiedienstleistungen wird die Berichterstattung oftmals von schnell wachsenden jungen Unternehmen wie Enpal oder 1 Komma Grad dominiert, deren Stärken vor allem in der Prozesseffizienz und der Skalierung liegen. Kann eine Plattform wie „Energiewende @ home“ da ernsthaft mithalten?
Diese Wettbewerbsfrage stellt sich für uns nicht. Wir wollen gemeinsam mit unseren Kunden die Energiewende bei uns in der Region gestalten. Hierfür entwickeln wir Produkte, die es unseren Kunden „leicht machen“. Diese Produkte und Lösungen müssen aber ebenso prozesseffizient und skalierbar sein. Diesen Anspruch haben wir.

Im komplexen Zusammenspiel von Erstberatung über Angebot bis hin zu Bau und Betrieb sind wir digital gut aufgestellt, haben ein umfangreiches Partnernetzwerk aus Handwerk, aber auch Banken für die Finanzierung und zukünftig maßgeschneiderten Versicherungslösungen.

Daher steht für uns nicht der Verkauf einer Solaranlage oder einer Wärmepumpe im Vordergrund. Wir möchte gemeinsam mit dem Kunden sein langfristiges Energiewendekonzept entwickeln und ihn hier über Jahre begleiten.

(Die Fragen stellte Hans-Peter Hoeren)

Einen ausführlichen Artikel zu der Plattform "Energiewende@home" und die Einschätzungen von Badenova über den Vertrieb der Zukunft lesen Sie in der aktuellen Juniausgabe der ZfK. Zum Abo geht es hier.

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