Die Leipziger Stadtwerke haben wohl erneut Preiserhöhungen angekündigt. Demnach steigt etwa der Strompreis in der Grundversorgung Anfang Januar von 24,94 Cent auf 52,12 Cent. Das berichtet die "Leipziger Volkszeitung".
Im Durchschnitt der verschiedenen Stromtarife steigen die Kosten um 83 Prozent, heißt es. Der Gaspreis in der Grundversorgung steigt nach Angaben der Stadtwerke nur geringfügig, da er bereits Anfang Oktober angehoben wurde. (Die ZfK berichtete). Dagegen sollen sich die Bestpreis-Sondertarife mit längerer Laufzeit zum Jahreswechsel schlagartig um durchschnittlich 198 Prozent erhöhen.
EnviaM belässt Grundpreise unverändert
Das Unternehmen EnviaM hatte bereits am Montag deutliche Preiserhöhungen ab Januar 2023 angekündigt. Der Preis steige für die Grundversorgung und daran angelehnte Sonderverträge um 20,28 Cent je Kilowattstunde brutto, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Kunden zahlten somit ab kommendem Jahr 48,06 Cent je kWh brutto. Die Grundpreise sollen nach Unternehmensangaben unverändert bleiben.
Auch der Gasversorger Mitgas - ein Unternehmen der Envia-Gruppe - kündigte zum Jahreswechsel Preiserhöhungen an. So steige der Verbrauchspreis um 6,31 Cent je Kilowattstunde brutto auf 18,96 Cent je kWh brutto. Der Grundpreis bliebe gleich. Von der Preiserhöhung sind nach Firmenangaben rund 57.000 Privat- und Gewerbekunden in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen betroffen.
Pellmann: Kommt zu Mitnahmeeffekten
Der Linke-Politiker Sören Pellmann hält die von ostdeutschen Energieversorgern angekündigten Preiserhöhungen für eine "Kundenabzocke". Sie stünden in keinem Verhältnis zu den aktuellen Großhandelspreisen für Strom und Gas, sagte der Leipziger Bundestagsabgeordnete am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.
Auch angesichts der angekündigten Preisdeckel komme es offenbar jetzt zu Mitnahmeeffekten. "Wenn beim Strompreis der Deckel erst bei 40 Cent greift, dann bleibt natürlich kein Versorger darunter, da der Staat bezahlt. Ein zu lascher Deckel ist geradezu ein Anreiz für die Versorger, die Preise zu erhöhen."
Preiskontrollen gefordert
"Wir brauchen Preisdeckel auf Strom und Gas, die beim Vorjahresniveau ansetzen", betonte Pellmann. Zudem seien staatliche Preiskontrollen und eine Genehmigungspflicht für Preiserhöhungen nötig. Jeder Versorger sollte beim Bundeswirtschaftsministerium Erhöhungen beantragen und begründen müssen. "Es muss Schluss sein mit dem Wilden Westen auf dem ostdeutschen Energiemarkt, wo jeder machen kann, was er will."
Mit der geplanten Strompreisbremse soll der Strompreis ab Januar allerdings auf 40 Cent pro kWh Strom gedeckelt werden. Dieser Preisdeckel soll für einen Grundbedarf von 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs gelten. Die voraussichtlich ab Februar oder März geltende Gaspreisbremse sieht einen Verbraucherpreis von 12 Cent pro kWh Gas vor, ebenfalls für 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs. (jk, mit dpa-Material)
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