Den mit 187 MW derzeit größten Solarpark Deutschlands weihte EnBW vergangene Woche in Weesow-Willmersdorf (Brandenburg) ein.

Den mit 187 MW derzeit größten Solarpark Deutschlands weihte EnBW vergangene Woche in Weesow-Willmersdorf (Brandenburg) ein.

© EnBW/Paul Langrock

Nachdem RWE am Montag seine Investitionsoffensive für erneuerbare Energien vorstellte und Bedingungen für Investitionen in neue Gaskraftwerke formulierte, hat sich die ZfK bei der EnBW umgehört. Von den zwischen 2012 bis 2020 getätigten Investitionen sind laut Sprecherin Friederike Eggstein über 70 Prozent in erneuerbare Energien (5 Mrd. Euro) und die Netze (7 Mrd. Euro) geflossen.

Für den Zeitraum 2021 bis 2025 seien für die Erzeugungsinfrastruktur (Wind, Solar sowie Fuel Switch von Kohlekraftwerken) rund 4 Milliarden Euro an Investitionen vorgesehen. "Unter dem Strich soll unser Erzeugungspark aus regenerativen Energien bis 2025 auf über 5 Gigawatt installierter Leistung anwachsen – das wäre dann die Hälfte des gesamten Portfolios", berichtet Eggstein.

Noch acht Kohlekekraftwerke mit 4,1 GW in Betrieb

Bis 2035 möchte der Konzern klimaneutral sein, bis 2030 seine Emissionen um mindestens 50 Prozent reduzieren. Bereits seit 2012 ziehe sich EnBW aus der konventionellen Erzeugung zurück, so Eggstein. Dementsprechend habe man sich seitdem von rund 2,6 GW CO2-intensiven Erzeugungsanlagen (Kohle, Gas, Öl) getrennt. Das entspreche fast 40 Prozent des damaligen Werts. 

Aktuell hat das in Karlsruhe ansässige Unternehmen noch acht Kohlekraftwerks-Blöcke mit einer Leistung von 4,1 GW in Betrieb, davon einen mit Braunkohle befeuerten. Diese Meiler werde man nach und nach aus dem Markt nehmen oder durch Fuel-Switch-Projekte auf klimafreundlichere Brennstoffe – perspektivisch auf grüne Gase – umstellen, so Eggstein. 2030 sollen nur noch die neuesten Anlagen in Betrieb sein. Der Braunkohle-Kraftwerksblock im sächsischen Lippendorf (südlich von Leipzig) soll im Zuge des mit der Bundesregierung vertraglich vereinbarten Braunkohleausstiegs spätestens Ende 2035 ohne Entschädigung stillgelegt werden.

Grünere Fernwärme nicht nur in Ulm im Fokus

Aktiv ist EnBW auch für eine grünere Fernwärme. So wurde beispielsweise gemeinsam mit den Stadtwerken in Ulm die örtliche Fernwärmversorgung zu über 60 Prozent auf klimafreundliche Erzeugung umgestellt. In einem neuen Biomassekraftwerk der Donaustadt wird die Wärme aus Holzhackschnitzeln, Sägespanen und Rinde gewonnen.

In Stuttgart-Münster investiert das Unternehmen an einem bestehenden Heizkraftwerk in eine neue Kraft-Wärme-Kopplung mit Gasturbinen, die mit einer Großwärmepumpe kombiniert wird. Das bundesweite Modellprojekt wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Die Pumpe soll Abwärme aus dem Kühlwasser der Stromerzeugung und der Müllverbrennung zur Energiegewinnung nutzen und damit den Wirkungsgrad der Gesamtanlage nochmals erhöhen. Auch treibt der Konzern diverse Geothermie-Projekte im Rheintal voran.

Mehrere Heizkraftwerke werden auf H2-ready-Gas umgerüstet

Erdgas sieht EnBW als Brückentechnologie zur Ergänzung bzw. Stabilisierung einer erneuerbaren Versorgung – mit der Option des Umstiegs auf klimaneutrale Gase, insbesondere grünen Wasserstoff. 2019 wurde das Heizkraftwerk in Stuttgart-Gaisburg von Kohle auf Gas umgestellt. Drei weitere Projekte sind vor kurzem angelaufen: in Stuttgart-Münster, Heilbronn und Altbach. "Bei jedem dieser Projekte ist eine spätere Umstellung auf Wasserstoff bereits angelegt. Wenn alles nach Plan verläuft, könnten die neuen Anlagen 2025/26 in Betrieb gehen", so Eggstein. (hcn)

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper