Zum Halbjahr des Geschäftsjahres 2021 bleibt das operative Ergebnis der EnBW Energie Baden-Württemberg aufgrund temporärer Effekte leicht unter Vorjahresniveau. Dies soll sich erwartungsgemäß im Jahresverlauf ausgleichen, teilt der Energiekonzern mit. Die Investitionen in Wachstumsprojekte, etwa in den Bereichen erneuerbare Energien und Elektromobilität, stiegen gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent an.
Demnach erzielte die EnBW einen Umsatz von 12,65 Mrd. Euro (Vorjahr: 9,80 Mrd. Euro) und ein operatives Ergebnis (Adjusted EBITDA) von 1,48 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (1,59 Mrd. Euro).
Schlechte Windverhältnisse
Die Ergebnisprognose für das laufende Gesamtjahr 2021 bleibe aber unverändert bestehen: Das Adjusted EBITDA soll für 2021 in einer Bandbreite von 2,825 bis 2,975 Mrd Euro liegen und damit um 2 bis 7 Prozent über dem Vorjahr. Die Corona-Pandemie hatte in den ersten sechs Monaten 2021 keine signifikanten Auswirkungen auf das operative Geschäft.
Abschreibungen auf Erzeugungspark
"Wir sind zuversichtlich, unser Ergebnisziel für das laufende Geschäftsjahr zu erreichen. Ob wir aber eher am oberen Ende des Ergebniskorridors landen oder aber möglicherweise eher am unteren, das wird die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten zeigen", sagt Thomas Kusterer, Finanzvorstand, EnBW.
Das auf die Aktionäre der EnBW entfallende Konzernergebnis ging im ersten Halbjahr 2021 von 184,2 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf aktuell -162,8 Mio. Euro zurück. Zurückzuführen sei dies auf außerplanmäßige Abschreibungen auf den Erzeugungspark. Diese hätten jedoch keinen Einfluss auf das operative Geschäft oder die Höhe der Dividende, heißt es.
Beteiligungsmodelle erfolgreich
Erfreuliche Nachrichten kommen aus dem Bereich der Beteiligungsmodelle. So hat der Konzern Anfang Juli die zweite und damit letzte Phase des Beteiligungsmodells „EnBW vernetzt“ für baden-württembergische Kommunen erfolgreich abgeschlossen. Dabei hätten sich über 200 Städte und Gemeinden mit einer Summe von über 300 Mio. Euro beteiligt. Sie besitzen über eine Beteiligungsgesellschaft nun rund 14 Prozent der Anteile an der Netze BW.
Auch die Leipziger EnBW-Tochtergesellschaft Senec hat eine positive Ergebnisentwicklung vorzuweisen. Auch das Ergebnis aus dem Strom- und Gasgeschäft habe sich bei allen Vertriebsgesellschaften verbessert. Für das Gesamtjahr rechnet der Energieversorger im Segment Intelligente Infrastruktur mit einem bereinigten EBITDA von 300 bis 375 Mio. Euro.
Aufwendungen für Regelenergie
Hingegen lag das Geschäftsfeld "Systemkritische Infrastruktur" (Netze) mit einem Adjusted EBITDA von 661,5 Mio. Euro um 11,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Der Ergebnisrückgang sei auf den für den Netzausbau gestiegenen Personalaufwand zurückzuführen. "Hinzu kommt ein Anstieg der Aufwendungen für Regelenergie", ergänzt Kusterer.
Die Investitionen des EnBW-Konzerns lagen in den ersten sechs Monaten 2021 mit 1.078,6 Mio. Euro deutlich über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (801,7 Mio. Euro). Dies ist im Wesentlichen auf die erfolgreiche Ersteigerung von Flächenrechten zum Bau von Offshore-Windparks in Großbritannien zurückzuführen. Von den Gesamtinvestitionen entfielen 72,9 Prozent auf Wachstumsprojekte, wie etwa den Ausbau der erneuerbaren Energien oder den Ausbau der Ladeinfrastruktur für die Elektromobilität. (jk)



