Die EPEX SPOT wird 15-Minuten-Kontrakte in der Day-Ahead-Auktion am Ende des 1. Quartals 2025 einführen. Das bestätigte EPEX Spot der ZfK. Demnach werden alle Strombörsen (Nominated Electricity Market Operators - NEMOs), die am Single Day-Ahead Coupling (SDAC) beteiligt sind, diese Kontrakte einführen. Dies ist eine Verpflichtung, die sich aus dem Clean Energy Package ergibt.
Hintergrund
Viele 15-Minuten Produkte sind bereits auf dem Intraday Markt handelbar und sind ein integraler Bestandteil des Stromsystems geworden. Das hat mehrere Gründe: Viele (nicht alle) ÜNB in Europa haben bereits ein Bilanzkreisabrechnungszeitintervall („Imbalance Settlement Period“ ISP) von 15 Minuten, das gesamte Stromsystem ist dann auf 15 Minuten „getaktet“.
Es ergibt daher Sinn, dass Marktteilnehmer im Einklang mit dieser Taktung Strom vermarkten können. Des Weiteren spielt die Erneuerbaren-Produktion eine Rolle: Hier fluktuiert die Strom-Produktion, auch innerhalb einer Stunde, weil sie von Wind und Sonne abhängt. Je besser Marktteilnehmer ihr Portfolio also danach ausrichten können, desto effizienter wird Strom vermarktet und – umgekehrt – Erneuerbaren-Strom ins System integriert.
Einschätzung Edna Bundesverband
"Der Stromhandel entwickelt sich weiter", freut sich Richard Plum, Geschäftsführer des Edna Bundesverbands Energiemarkt & Kommunikation. Damit würden die Strombörsen den Marktteilnehmern die Möglichkeit bieten, Strom in Zeitintervallen zu handeln, die mindestens der zeitlichen Auflösung der Abrechnung der Ausgleichsenergie für den Day-Ahead- und den Intraday-Markt entsprechen.
"Es entfällt im Prinzip die Notwendigkeit einer zweiten Auktionsteilnahme für reine Vertriebsportfolien, um die Bilanzkreisverpflichtung Day-Ahead zu erfüllen", führt Plum aus. Der Edna Bundesverband begrüßt das Upgrade als zeitgemäß – insbesondere vor dem Hintergrund der stetig wachsenden Integration volatiler EE-Erzeugung in die europäischen Strommärkte. "Gleichzeitig stellen wir fest, dass noch nicht allen im Markt diese Umstellung bekannt ist. Das möchten wir ändern!"
Umstellung der Systeme und Prozesse erforderlich
Denn klar ist auch: Diese Umstellung wird Anpassungen in den Systemen und Prozessen erfordern, so Plum. Unter anderem in bestehenden Lieferverträgen, Abrechnungssystemen, Handelsstrategien, Strompreisprognosen oder bei der Preisgestaltung und Abrechnung dynamischer Tarife. Als Edna Bundesverband Energiemarkt & Kommunikation will man das Thema mit den Mitgliedsunternehmen aufgreifen, um das GoLive zu unterstützen. (sg)



