Das Bild zeigt ein Modell der künftigen Zentrale der Gasag.

Das Bild zeigt ein Modell der künftigen Zentrale der Gasag.

Bild: © Gasag

Es waren turbulente Monate für die Gasag: Da taten sich die Anteilseigner Vattenfall und Engie zusammen, um ihr Stimmrecht gemeinsam auszuüben und damit zentralen Einfluss auf die Geschicke des Berliner Energieunternehmens zu nehmen. Wenige Monate später ging Gasag-Chef Gerhard Holtmeier und wurde durch den früheren Vattenfall-Manager Georg Friedrichs ersetzt.

Zwischendrin noch eine erfreuliche Nachricht für das Unternehmen vom Bundesgerichtshof. Nach langjährigem Streit mit Berlin entschieden die Richter, dass die Gasag auch in den kommenden Jahren, konkret bis Ende 2024, das Berliner Gasnetz betreiben dürfe. Die Berliner Stadtregierung hatte einst die Konzession dem landeseigenen Unternehmen Berlin Energie zugesprochen.

Kompass Klimaneutralität

Und jetzt? Richtet die Gasag ihren Blick in die Zukunft, in eine klimaneutrale Zukunft. In der sich das Unternehmen, das noch immer vorwiegend im Erdgasgeschäft unterwegs ist, neu sortieren muss.

"Diese Schwerpunkte werden sich mittelfristig ändern müssen – und sie werden sich ändern", sagte Gasag-Chef Friedrichs auf der Jahrespressekonferenz. Deshalb werde das Unternehmen in den kommenden Monaten seinen eigenen CO2-Fußabdruck, aber auch seine gesamten Prozessketten und Geschäftsmodelle daraufhin analysieren, wie sie auf eine klimaneutrale, sichere und bezahlbare Energieversorgung einzahlten.

Vertrieb von Ökostrom

Viele ihrer heutigen Geschäftsmodelle seien endlich, führte Friedrichs aus. Deshalb werde die Gasag nur noch dort Gasleitungen legen, von denen sie glaube, dass sie auch in 40 Jahren noch mit Erdgas betrieben werden müsse. Als mögliche Alternativen nannte Friedrichs Themen wie Geothermie und Methan-Plasmalyse, bei der Methan dekarbonisiert wird.

Als zukunftsfähiges Geschäftsfeld sieht die Gasag auch den Vertrieb von Ökostrom. Etwa ein Viertel des Umsatzes wird dadurch bereits erzielt, teilte das Unternehmen mit. Von 2019 auf 2020 seien etwa 21.000 neue Stromkunden hinzugekommen.

Ebit geht nach oben

Durch die Corona-Pandemie kam das Unternehmen wirtschaftlich ordentlich. Der Umsatz blieb mit 1,2 Mrd. Euro stabil (2019: 1,3 Mrd. Euro). Selbes galt für den Gasabsatz (25,3 TWh, plus 0,1 TWh im Vergleich zum Vorjahr). Der Stromabsatz wiederum stieg um 13 Prozent.

Aufwärts ging es auch mit dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei fortgeführten Tätigkeiten: Das schraubte die Gasag von 64 Mio. auf 76 Mio. Euro hoch. Für dieses Jahr erwartet die Gruppe eine erneute Steigerung. (ab)

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