Das Amtsgericht München hat am 1. Mai das Insolvenzverfahren für den Ökostrom-Anlagenbauer Green City AG eröffnet. Insolvenzverwalter Axel Bierbach sagte am Montag, die Restrukturierung sei auf gutem Weg, und er führe bereits «konkrete Verhandlungen mit einer kleinen Auswahl hochinteressierter strategischer Investoren».
Er rechne damit, den Verkauf noch im Mai abschließen zu können. Damit könnten die Kraftwerksprojekte, die Arbeitsplätze und das Geld für die Gläubiger gesichert werden. Die Green City AG hat auch vielfältige Geschäftsbeziehungen zur Kommunalwirtschaft. So betreibt das Unternehmen gemeinsam mit den Stadtwerken München ein Wasserkraftwerk in der bayerischen Landeshauptstadt und kooperiert unter anderem mit den Leipziger Stadtwerken beim Erneuerbarenausbau.
"Die Prüfung der wirtschaftlichen Situation der Green City AG mit ihren ca. 150 zur Unternehmensgruppe gehörenden in- und ausländischen Gesellschaften hat sich als äußerst herausfordernd erwiesen. Wir arbeiten mit hohem Aufwand an der Entflechtung der komplexen Konzernstrukturen, insbesondere an der Herauslösung der zahlreichen Projektgesellschaften aus dem Gesamtkonzern", erklärte Bierbach. Höchste Priorität sei es, das Projektentwicklungsgeschäft der Green City AG mit einer klaren Fortführungsperspektive zu verkaufen.
Tochterfirma Green City Experience wurde bereits verkauft
Seit Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung im Januar seien der Windpark im saarländischen Merzig und zwei große Solarparks in Sachsen fertiggestellt, die Projektrechte für einen Solarpark in Brandenburg verkauft und laufende Anlagen mit insgesamt 150 Megawatt Leistung weiterbetrieben worden, sagte Bierbach.
Der Verkauf weiterer, mehrere hundert Megawatt umfassende Assets in der Projektpipeline werde geprüft. Die auf nachhaltige Mobilität und Stadtentwicklung spezialisierte Consulting-Tochter Green City Experience sei bereits verkauft. Lösungen für die ebenfalls insolventen Green-City-Konzerngesellschaften GCE Kraftwerkspark I, II und III und Green City Solarimpuls I zu finden, werde dagegen noch eine ganze Weile dauern, sagte der Insolvenzverwalter. (hoe/dpa)



