Von Artjom Maksimenko
Das US-Unternehmen Anew Climate steht als Käufer des insolventen Biomethanunternehmens Landwärme fest. Es handele sich um eine strategische Vereinbarung, im Rahmen dessen Anew die EEG- und Ökogasverträge von Landwärme bedienen werde, erläuterte eine Landwärme-Specherin auf Anfrage.Das Abkommen wurde kürzlich vom Bundeskartellamt genehmigt und von den Gläubigern von Landwärme befürwortet. In den kommenden Tagen soll es zum Abschluss kommen. Lediglich der spätere Insolvenzplan von Landwärme stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gläubiger im Erörterungs- und Abstimmungstermin.
Das Thema der Vertragsfortführung bleibt für die Gläubiger ein zentrales Anliegen. Anew Climate hat angekündigt, die fortgeführten EEG- und Ökogas-Verträge von Landwärme zu betreuen. Das Unternehmen sei seit Jahren auf dem nordamerikanischen Biomethanmarkt erfolgreich, bringe finanzielle Unterstützung mit und punkte mit umfassender Erfahrung mit Umweltgütern", kommentierte Landwärme-Sanierungsgeschäftsführerin, Anna Wilke, die Übernahme.
Expansionspläne in Europa
Während Anew Climate in Nordamerika zu den führenden Vermarktern von Biomethan zählt, ist das Unternehmen in Europa noch relativ neu. Mit seinem Carbon-Removal-Geschäft mit Sitz in Madrid ist das Unternehmen seit 2022 im europäischen Umweltgütermarkt aktiv. Demnächst werde Anew Büros in München und Berlin eröffnen und damit seine bestehende europäische Präsenz erweitern.
Das Biomethanunternehmen Landwärme hatte am 13. August Insolvenz angemeldet und ist in ein Eigenverwaltungsverfahren eingetreten. Die finanzielle Schieflage begründete das Unternehmen unter anderem mit den Verwerfungen auf dem THG-Quotenmarkt und mutmaßlichen Betrugsfällen bei der Einfuhr von Biodiesel sowie den Upstream-Emission-Reduction-Projekten (UER-Projekten).
Hoher Schaden für die Branche
Zum Ende 2024 hat das Unternehmen angekündigt, 40 von insgesamt 140 Stellen zu streichen. In der Kritik stand Landwärme auch wegen der mangelhaften Kommunikationspolitik mit den Gläubigern und Vertragspartnern. Sie waren entsprechend besorgt, ob und unter welchen Konditionen die Verträge fortgesetzt würden. Dieser Darstellung widersprach Landwärme stets und betonte, im ständigen Austausch mit den betroffenen Unternehmen zu sein.
Nach der Gläubigerversammlung am 17. Dezember gingen die Gläubiger von einem enormen Schaden aus. Es wurde spekuliert, dass die angemeldeten Forderungen der betroffenen Unternehmen unter Umständen die Marke von 1,3 Milliarden Euro erreichen könnten. Auf die ZfK-Anfrage zu dem aktuellen Stand, sagte die Sprecherin, dass die Prüfung der Forderungen noch dauern werde.



